China: Explosion in Chemiefabrik in Shandong - DER SPIEGEL
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Chinesische Provinz Shandong Wieder Verletzte bei Explosion in Chemiefabrik

Feuerball über der Fabrik: In einem chinesischen Chemiebetrieb ist es erneut zu einer Explosion gekommen. Mindestens neun Menschen wurden verletzt.
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Zehn Tage nach den Explosionen in der Hafenstadt Tianjin mit mindestens 121 Toten hat es in einem chinesischen Chemiebetrieb erneut eine schwere Explosion gegeben. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, sei in einer Fabrik in der ostchinesischen Provinz Shandong ein Feuer ausgebrochen. Mindestens neun Menschen seien verletzt worden.

Wie die chinesische "Volkszeitung" auf Twitter meldete, war die Explosion im Kreis Huantai fünf Kilometer weit spürbar. In nur einem Kilometer Entfernung befinde sich zudem eine Wohnsiedlung. Einige Stunden nach der Explosion berichtete die Nachrichtenagentur China News Service, der Brand sei unter Kontrolle.

Die Ursache der Explosion werde untersucht, hieß es. Ob giftige Stoffe austraten, blieb zunächst unklar. Augenzeugen berichteten, es habe einen großen Feuerball und zwei laute Detonationen gegeben. Die Fabrik sei gerade erst in Betrieb genommen worden. In einem nahe gelegenen Dorf sei der Strom nach der Explosion ausgefallen. Rund ein Dutzend Feuerwehrzüge waren laut Nachrichtenagentur AP im Einsatz.

Das Unglück ereignete sich kurze Zeit nach dem schweren Explosionsunglück von Tianjin, bei dem 54 Menschen noch immer vermisst werden, wie Xinhua meldete. Rund 640 Menschen würden noch in Krankenhäusern behandelt, davon befänden sich 48 in kritischem Zustand. In dem Gefahrgutlager in Tianjin war es am 12. August ebenfalls nach einem Brand zu Explosionen gekommen. Etwa 3000 Tonnen gefährliche Chemikalien lagerten dort.

Sicherheitsmängel bei der Lagerung von Chemikalien sind in China offenbar verbreitet: Allein in der Hauptstadt Peking seien bei 85 von 124 nach dem Unglück von Tianjin untersuchten Unternehmen Gefahren entdeckt worden, meldet Xinhua. Sie alle hantieren mit giftigen oder explosiven Chemikalien. In Tianjin hatten Ermittler zudem von mutmaßlich illegalen Geschäften der Betreiber berichtet, die das Lager etwa zu nah an Wohngebäuden errichtet haben sollen.

apr/dpa/AP