EKD: Bedford-Strohm ist neuer Ratsvorsitzender - DER SPIEGEL
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Evangelische Kirche Bayerns Bischof Bedford-Strohm ist neuer EKD-Chef

Die Evangelischen Kirche in Deutschland hat einen Nachfolger für Nikolaus Schneider. Das Kirchenparlament wählte den bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zum neuen Ratsvorsitzenden.
Bayerischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: Neuer EKD-Chef
Bayerischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: Neuer EKD-Chef

Bayerischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: Neuer EKD-Chef

Foto: Nicolas Armer/ dpa
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Dresden - Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist neuer Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das Kirchenparlament wählte den 54-Jährigen am Dienstag in Dresden als Nachfolger von Nikolaus Schneider an die Spitze der 23,4 Millionen Protestanten in Deutschland. Schneider war am Sonntag verabschiedet worden. Der 67-Jährige hatte das Amt ein Jahr früher als vorgesehen aufgegeben, um sich um seine an Krebs erkrankte Frau zu kümmern.

Bedford-Strohm erhielt im ersten Wahlgang 106 von 125 abgegebenen Stimmen von Synode und Kirchenkonferenz der EKD. "Damit hat Heinrich Bedford-Strohm ein klares Mandat, die noch anstehenden Aufgaben dieser Amtsperiode des Rates zu Ende zu führen", sagte die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer. Die Wahl Bedford-Strohms sei ein Zeichen der Geschlossenheit zu einem Zeitpunkt, wo die Präsenz der Kirche in ethischen Grundsatzfragen mehr denn je gefragt sei.

Zwar kann der EKD-Ratsvorsitzende nicht bis in die 20 eigenständigen Landeskirchen durchregieren, er ist aber wichtiger Kurs- und Impulsgeber. Angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen wird er innerkirchliche Reformen vorantreiben und nach Wegen suchen müssen, die Menschen in der zunehmend glaubensfremden Gesellschaft zu erreichen. Andererseits werden klare Positionen der Kirche in Fragen wie der Sterbehilfe, der Flüchtlingspolitik und dem Umgang mit dem Islam verlangt.

Guter Draht zu Kardinal Marx

Wichtig vor dem 500. Reformationsjubiläum 2017 ist auch der Dialog mit den Katholiken. Bedford-Strohm ist geeignet, diesen Prozess zu beschleunigen. Er hat nicht nur wie der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, seinen Amtssitz in München - beide haben auch einen guten Draht zueinander.

Bedford-Strohm ist in seiner neuen Position, die er zusätzlich zu seiner Funktion als bayerischer Landesbischof übernehmen soll, Sprachrohr und oberster Repräsentant der Evangelischen Kirche in Deutschland. Der 54-Jährige war vor der Wahl als Favorit gehandelt worden. Eine andere Option wäre Schneiders Stellvertreter, der sächsische Landesbischof Jochen Bohl, gewesen.

Die Wahl von Dresden gilt zunächst nur für ein Jahr. 2015 muss für die folgende sechsjährige Amtszeit erneut über den Ratsvorsitz entschieden werden. Es wird erwartet, dass Bedford-Strohm das Spitzenamt dann behält.

wit/dpa