Halle (Saale): Synagogentür wird zu Kunstprojekt - DER SPIEGEL
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Anschlag in Halle Synagogentür wird zu Kunstprojekt

Die Tür am Eingang zur Synagoge verhinderte, dass der rechtsextreme Attentäter in das jüdische Gotteshaus kam. Nun soll sie künstlerisch gestaltet und ausgestellt werden.
Synagoge in Halle an der Saale (Archiv): Blumen und Kerzen neben der Tür erinnern an den Anschlag
Synagoge in Halle an der Saale (Archiv): Blumen und Kerzen neben der Tür erinnern an den Anschlag

Synagoge in Halle an der Saale (Archiv): Blumen und Kerzen neben der Tür erinnern an den Anschlag

Foto: Hendrik Schmidt/DPA
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Die Tür am Eingang zur Synagoge der jüdischen Gemeinde steht für das "Wunder von Halle". Sie hat bei dem antisemitischen Anschlag eines Rechtsextremisten am 9. Oktober wohl Dutzenden Menschen das Leben gerettet.

Die Synagogentürtür soll nun künstlerisch gestaltet und ausgestellt werden. Diese Entscheidung gab der Vorsitzende der Jüdische Gemeinde, Max Privorozki, bekannt. Sie sei von der Repräsentantenversammlung der Gemeinde getroffen worden, die am Donnerstagabend ihr erstes ordentliches Treffen nach dem Anschlag abgehalten hatte. Weitere Details wurden nicht mitgeteilt.

Gut 50 Menschen waren in der Synagoge in Todesangst, als der schwer bewaffnete Stephan Balliet am 9. Oktober gegen die Tür schoss und Sprengsätze warf. Er versuchte, in das Gotteshaus zu gelangen. Als das scheiterte, erschoss er eine 40-jährige Frau aus Halle und kurz darauf einen 20 Jahre alten Mann in einem nahe gelegenen Dönerladen.

Auf seiner Flucht verletzte der Schütze auch ein Ehepaar in Landsberg im Saalekreis schwer. Der 27-Jährige hat die Tat aus antisemitischen und rechtsextremen Motiven gestanden. Er sitzt in Untersuchungshaft.

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Gut eine Woche nach dem Anschlag sagte Privorozki, es gebe verschiedene Ideen, wo die Tür künftig sein solle. "Möglicherweise werden wir sie außerhalb der Synagoge in den Hof stellen, damit man - wenn man in die Synagoge kommt - sieht, wie uns diese Tür gerettet hat", sagte er damals. Möglicherweise werde die Tür auch in der Stadt stehen.

Eigenen Angaben zufolge ist die jüdische Gemeinde mittlerweile fast täglich in Kontakt mit dem Landeskriminalamt, um die neuen Sicherheitsvorkehrungen für die Synagoge abzustimmen. Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, hatte es bei einem Gedenkgottesdienst für die Opfer als "das Wunder von Halle" bezeichnet, dass die Türe gehalten hat.

wit/dpa