Schnapsbus: Endstation Vegas
Arzt auf Rädern in Las Vegas Saufen bis der Doktor kommt
Las Vegas - Das Mobil heißt "Hangover Heaven", der Name ist ein wenig missverständlich, denn himmlisch fühlt sich ein Kater nun wirklich nicht an. Vielleicht wollte Jason Burke einfach nur die Reihenfolge klar machen: Erst Kater, dann Himmel. Und das alles in seinem hellblauen Bus.
Wenn man die Zahl der 40 Millionen Menschen bedenkt, die jährlich nach Las Vegas reisen, dann ist es ein Wunder, dass bisher noch niemand auf die Idee gekommen ist. Burke ist Anästhesist, seine Künste als Arzt schenkt er denen, die Las Vegas zum Opfer gefallen sind: Touristen, die nach durchfeierten Nächten im Mirage oder Caesar's Palace morgens mit Sonnenbrillen und einem dicken Schädel den Las Vegas Boulevard hinunter tapern. Für 90 oder 150 Dollar lässt Dr. Burke für seine Patienten die Bustüren aufzischen. Wer es die Stufen ins Innere hochschafft, dem lässt der Doc intravenös Kochsalzlösung und Vitamine in die Venen tröpfeln.
Bryan Dalia ist einer von denen, die direkt dem Hollywoodfilm "Hangover" entsprungen sein könnten. Darin erleben vier Männer im besten Alter das Wochenende ihres Lebens in Las Vegas. "Ich musste auf zwei Junggesellenabschiede hintereinander", sagt Dalia und legt die Hand auf seine Stirn. Eine Rekonstruktion der vergangenen 24 Stunden ergibt folgende Reihenfolge: Bier, Schnaps, Black Jack, Martinis, fettes Essen. Jetzt muss Dalia noch auf eine Hochzeitsfeier. "Meine Hände sind nicht mehr so feucht, der kalte Schweiß ist weg", sagt er nach der Infusion, "fühlt sich gut an."
Ermuntert der Ausnüchterungsbus die Nachtschwärmer nicht zu noch heftigeren Exzessen? "Das glaub ich nicht", sagt Dr. Burke, wenig überraschend. Er sieht sich als Arzt auf Rädern, der auch Röntgenuntersuchungen oder MRT anbieten könnte. "Ich will Leute wieder urlaubsfähig machen", sagt er. Deswegen verspricht der Doc, jeden in Las Vegas innerhalb einer Stunde mit dem Katermobil dort abzuholen, wo er gestrandet ist. Anruf genügt.