Pakistan stützt Flugzeug ab Islamabad - DER SPIEGEL
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Islamabad: Flugzeugabsturz im Regen

Foto: AAMIR QURESHI/ AFP

Flugunglück in Islamabad Mehr als 130 Menschen sterben bei Absturz

Sie hatten keine Überlebenschance: Beim Absturz einer Boeing 737 sind in der Nähe von Islamabad mehr als 130 Menschen ums Leben gekommen. Zur Unfallzeit ging über der Stadt ein Gewitter nieder. Augenzeugen berichteten von einem großen Feuerball an der Unglücksstelle.
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Islamabad - Beim Absturz einer Boeing 737 nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind am Freitag mindestens 131 Menschen ums Leben gekommen. Die Maschine war auf dem Weg von der Küstenmetropole Karachi in die Hauptstadt. Sie zerschellte in der Ortschaft Hussain Abad und brannte aus. Auch unter den Bewohnern soll es Tote gegeben haben. Die Zahl der Opfer könnte deswegen auf 150 steigen, befürchteten Sicherheitskräfte.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig, da es schon dunkel war und noch stark regnete. Pakistan leidet unter Energieknappheit, in Islamabad und Umgebung fällt der Strom täglich bis zu zehn Stunden aus. Der Stromausfall sei nun auch bei den Rettungsarbeiten hinderlich.

Innenminister Rehman Malik sagte, möglicherweise sei das Flugzeug vom Blitz getroffen worden. Die Flügel hätten vor dem Absturz gebrannt. "Es gibt keine Chancen für Überlebende", sagte der Polizeisprecher Fazle Akbar, der sich am Unglücksort befand. "Das Flugzeug ist vollständig zerstört."

Um 18.40 Uhr brach der Kontakt ab

Zum Unglückszeitpunkt herrschten schlechte Wetterbedingungen. Der Himmel über der Stadt war zunächst nur bedeckt, am Abend, zum Zeitpunkt der Landung, entlud sich dann ein schweres Gewitter.

Die Unglücksmaschine der Gesellschaft Bhoja befand sich im Landeanflug auf den wichtigsten Hauptstadtflughafen im Vorort Rawalpindi. Der Benazir-Bhutto International Airport liegt geografisch in der Nachbarstadt Rawalpindi. Den Flughafenbehörden zufolge sollte die 737 um 18.50 Uhr Ortszeit in Islamabad landen, der Kontakt des Towers zum Cockpit sei jedoch um 18.40 Uhr abgebrochen.

Der zweite Absturz in zwei Jahren

Nach Angaben der Rettungskräfte finde man im Umkreis von "mindestens einem Kilometer" Teile des Flugzeugs. Auch Körper von Passagieren und Gepäck seien in diesem Bereich zu finden. Am Abend waren Soldaten, Sicherheits- und Rettungskräfte dabei, die weiträumig abgeriegelte Absturzstelle mit Taschenlampen abzusuchen und Körperteile in weiße Säcken einzusammeln. Die Arbeiten würden "mindestens bis Samstagvormittag" andauern, hieß es.

Gegen die Fluggesellschaft Bhoja war im Jahr 2010 wegen Finanzproblemen von den Behörden ein Flugverbot verhängt worden. Im März startete die Gesellschaft das Geschäft neu. Bhoja begann mit Flügen zwischen Islamabad und Karachi. Flugverbindungen nach Sukkur, Multan und Lahore sollten folgen.

Es handelt sich um den zweiten Absturz einer Passagiermaschine in Islamabad innerhalb der vergangenen zwei Jahre. Im Sommer 2010 war ein Airbus A321 der pakistanischen Fluggesellschaft Air Blue in den Margalla Hills, den Ausläufern des Himalaja im Norden von Islamabad, zerschellt. Auch diese Maschine befand sich bei schlechtem Wetter im Landeanflug auf Islamabad.

jbr/afp/dpa