Gotthard-Inferno Unfallfahrer hatte getrunken
Bellinzona - Wie hoch der Gehalt war, habe aber nicht festgestellt werden können, teilte die Tessiner Staatsanwaltschaft mit. Der Türke, vierfacher Vater, war bei dem Flammeninferno am 24. Oktober ums Leben gekommen. Seine Leiche ist identifiziert. Am Unglückstag waren im Gotthard-Tunnel zwei Lastwagen frontal zusammengestoßen und hatten das Inferno ausgelöst. Der andere Fahrer, ein Italiener, hatte sich retten können.
Der Türke, der für eine belgische Firma ohne gültige Papiere arbeitete, wurde etwa 200 Meter außerhalb der eigentlichen Unfallzone gefunden, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Das Unternehmen des Unfallfahrers hatte den Lastwagen von einer anderen Firma gemietet. Um mehr Klarheit über die Verantwortlichkeiten zu haben, hat die Staatsanwaltschaft ein Rechtshilfegesuch an Belgien gestellt.
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Alle Opfer sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft erstickt. Ein Fahrer sei umgekommen, als er in die Führerkabine zurückkehren wollte, um seine Papiere zu holen. In der unmittelbaren Nähe des Unfallortes seien bei den Untersuchungen keine weiteren Spuren von menschlichen Überresten gefunden worden. Die elf Todesopfer kamen aus Deutschland, Frankreich, Italien, der Türkei und der Schweiz.
Die Untersuchungen im Tunnel-Inneren sind abgeschlossen, hieß es am Dienstag weiter. Die Unfallstelle sei geräumt. Ein internationales Expertenteam untersucht weiterhin die genaue Unfallursache und den Brandhergang. Die Resultate dürften erst im Frühjahr vorliegen.
Der Tessiner Umweltminister Marco Borradori hatte unlängst von einer Öffnung des Tunnels für den Personenverkehr noch vor Weihnachten gesprochen. Realistischer sei jedoch eine Wiedereröffnung Anfang 2002. Sicher ist, dass der Schwerverkehr auf den Tunnel noch mindestens bis zum nächsten Frühling verzichten muss. Bis dahin muss die Ausweichroute über den San Bernardino genommen werden. Derzeit fahren nach Angaben der Polizei zwischen 3000 und 3500 Lastwagen täglich auf der Transitachse. 500 bis 600 Fahrzeuge waren es vor der Brandkatastrophe im Gotthard-Tunnel.