Griechenland: 18 Tote bei Waldbränden entdeckt - DER SPIEGEL
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Mutmaßlich illegale Einwanderer 18 Tote bei Waldbränden in Griechenland entdeckt

In der Waldbrandregion im Nordosten Griechenlands sind die verbrannten Leichen von 18 Menschen gefunden worden, laut Feuerwehr wurde aber niemand offiziell vermisst. Unweit von Athen lodert derweil das nächste Großfeuer.
Feuerwehrleute nahe dem Fundort der Leichen im Nordosten Griechenlands: Bereits am Vormittag wurde die Leiche eines mutmaßlichen Migranten gefunden
Feuerwehrleute nahe dem Fundort der Leichen im Nordosten Griechenlands: Bereits am Vormittag wurde die Leiche eines mutmaßlichen Migranten gefunden

Feuerwehrleute nahe dem Fundort der Leichen im Nordosten Griechenlands: Bereits am Vormittag wurde die Leiche eines mutmaßlichen Migranten gefunden

Foto: Dimitris Alexoudis / ANA-MPA / EPA

Die Toten lagen in einer Hütte am Rande des Waldes: Bei den Waldbränden im Nationalpark Dadia in Nordostgriechenland sind die verbrannten Leichen von 18 Menschen gefunden worden.

»Da niemand vermisst wird, gehen wir davon aus, dass es sich um illegale Einwanderer handelt«, sagte Feuerwehrsprecher Giannis Artopoios dem öffentlich-rechtlichen griechischen Sender ERT. Untersuchungen seien eingeleitet worden.

Der Fund der Leichen in der Nähe der Ortschaft Avas (auch: Avantas) bestätigte eine entsprechende Befürchtung der Feuerwehr. Bereits am Vormittag war die Leiche eines mutmaßlichen Migranten gefunden worden. Der Mann sei vermutlich an einer Rauchvergiftung gestorben, hieß es.

Hubschraubereinsatz bei Avas: Starke Winde fachen die Feuer immer wieder an

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Foto: Dimitris Alexoudis / ANA-MPA / EPA

In den Wäldern der Grenzregion verstecken sich immer wieder Migranten, die illegal von der Türkei aus über die Grenze nach Griechenland gelangt sind. Schleuser versuchen dann, die Menschen über die nahe gelegene Autobahn nach Westgriechenland und weiter in andere europäische Länder zu bringen.

Neuer Großbrand in der Nähe von Athen

In Griechenland toben seit Tagen an unterschiedlichen Stellen im Land gewaltige Wald- und Buschbrände. Vor allem die Stadt Alexandroupolis und der Nationalpark Dadia im Nordosten des Landes sind betroffen. Weil es seit Tagen in vielen Teilen des Landes stark windet, haben die Flammen leichtes Spiel – und die Feuerwehrleute große Schwierigkeiten, die Feuerfronten unter Kontrolle zu bringen.

Am Dienstag ist ein weiterer Großbrand in der Gemeinde Aspropyrgos rund 15 Kilometer westlich vom Athener Stadtzentrum entflammt. Drei Löschhubschrauber und 27 Löschzüge waren im Einsatz, um die Flammen bei starkem Wind zu bekämpfen. Ein Teil der Gegend wurde vorsorglich evakuiert und umliegende Straßen wurden gesperrt. Die Menschen in nahe gelegenen Ortschaften wurden vom Zivilschutz aufgerufen, die Fenster geschlossen zu halten und nicht aus dem Haus zu gehen.

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Vom Athener Stadtzentrum aus waren tiefschwarze Rauchwolken zu sehen. In Aspropyrgos gibt es kaum Vegetation, dafür aber große Müllhalden, Industriehallen und Berge von Autoreifen, die Feuer fingen. Gegenüber ERT kritisierte der Bürgermeister der Gemeinde, Nikos Meletiou, dass der Ort für den Müll der Hauptstadt Athen herhalten müsse und die Situation auch aufgrund der Armut in Aspropyrgos extrem schwierig sei.

Hilfskräfte kämpfen nahe Alexandroupolis gegen die Flammen: Zusätzliche Löschflugzeuge sollen helfen

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Foto: Achilleas Chiras / AP

Wegen der schweren Brände erhält Griechenland erneut Hilfe anderer europäischer Länder. Um die Feuer zu bekämpfen, sei weitere Hilfe auf dem Weg, teilte EU-Kommissar Janez Lenarcic, der für Krisenmanagement zuständige EU-Kommissar, auf der Onlineplattform X mit: »Zusätzlich zu zwei Löschflugzeugen aus Zypern und Feuerwehrleuten aus Rumänien sind fünf weitere Flugzeuge und ein Hubschrauber sowie zusätzliche Feuerwehrleute auf dem Weg.«

Die Hilfe kommt demnach aus Deutschland, Kroatien, Schweden und Tschechien. Zwei der Löschflugzeuge seien aus Deutschland angekündigt, sagte ein Sprecher der griechischen Feuerwehr gegenüber ERT. Die Hilfe erfolgt im Rahmen des Katastrophenschutz-Mechanismus der Europäischen Union (EU), den Athen in diesem Jahr bereits für andere Großbrände angefragt und erhalten hatte.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung wurde der griechische Sender ERT als Staatssender bezeichnet, was ehemals zutraf (bis 2011). Inzwischen handelt es sich um eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt. Wir haben den Fehler korrigiert.

apr/dpa