Indien: Ermittlungen nach vergiftetem Schulessen in Bihar - DER SPIEGEL
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22 tote Schulkinder Ermittlungen nach vergiftetem Essen in Indien

Reis mit Linsen, Kartoffeln und Sojabohnen: Ein mit Insektengift verseuchtes Schulessen hat mindestens 22 indische Kinder das Leben gekostet. Jetzt untersuchen die Behörden, wie das Gift in die Lebensmittel geraten konnte - ermittelt wird auch gegen die Schulleiterin.
Zimmer, in dem das Essen ausgegeben wurde: Küchengeräte beschlagnahmt
Zimmer, in dem das Essen ausgegeben wurde: Küchengeräte beschlagnahmt

Zimmer, in dem das Essen ausgegeben wurde: Küchengeräte beschlagnahmt

Foto: STRINGER/INDIA/ REUTERS
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Patna - Die Symptome kamen schnell: Noch während das Mittagessen an der Gandaman-Grundschule im ostindischen Bundesstaat Bihar ausgegeben wurde, mussten sich die ersten Kinder übergeben. Zwei Tage später sind 22 von ihnen tot, weitere 25 werden noch im Krankenhaus behandelt.

Nach Behördenangaben war das Essen mit einem Insektizid verseucht. Wie das Gift in die Mahlzeit gelangen konnte, wird jetzt untersucht - womöglich seien die Lebensmittel vor dem Kochen nicht richtig gewaschen worden, hieß es.

Bei den Opfern handelt es sich um Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren. Auch die zwölfjährige Savita war bei dem tödlichen Mittagessen dabei; inzwischen wird sie in einem Krankenhaus in Patna behandelt. Sie berichtete, sie habe Bauchschmerzen bekommen und sich übergeben müssen, nachdem sie Sojabohnen und Kartoffeln gegessen habe. "Ich weiß nicht, was dann passiert ist", sagte sie.

Schulleiterin offenbar geflohen

Zubereitet wurde das Essen in der Küche der Schule; es stammt aber aus einem Programm, bei dem Schüler gratis mit Mahlzeiten versorgt werden. Behördenangaben zufolge wurde ein für das Programm zuständiger Beamter suspendiert. Zudem laufen Ermittlungen wegen grober Fahrlässigkeit gegen die Schulleiterin - sie soll geflohen sein, als die ersten Kinder krank wurden.

Unterdessen kam es in dem Ort zu Ausschreitungen, die sich gegen Geschäfte, Unternehmen und die Polizei richteten. Wütende Bürger zündeten vier Streifenwagen an; unterstützt wurden sie dabei von Angehörigen örtlicher Oppositionsparteien.

Der Bildungsminister des Bundessstaats Bihar sagte, man habe bei einer ersten Analyse der Schulmahlzeit ein Organophosphat gefunden, das als Insektizid für Reis und Weizen eingesetzt wird. Einwohner des betroffenen Dorfes berichten aber, das Problem seien die Sojabohnen und Kartoffeln gewesen. Kinder, die nur Reis und Linsen gegessen hätten, gehe es gut.

Ein Behördensprecher sagte, die übriggebliebenen Lebensmittel und Küchengeräte seien beschlagnahmt worden. "Ob es sich um Fahrlässigkeit oder um eine absichtliche Vergiftungsaktion handelt, werden wir erst nach dem Abschluss der Untersuchung wissen", fügte er hinzu.

rls/AP