Jugendlicher Straftäter: "Mehmet" lebt wieder in Bayern - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Jugendlicher Straftäter "Mehmet" lebt wieder in Bayern

"Mehmet", der wegen unzähliger Straftaten vor dreieinhalb Jahren in die Türkei ausgewiesen wurde, lebt offenbar wieder in Deutschland. Voraussetzung für dem Umzug des "Sorgenkindes" war die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, die vor drei Wochen gefallen war.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Wie die Münchner "tz" unter Berufung auf eine "absolut sichere Quelle" berichtet, wohnt der 18-Jährige nun in einer Einrichtung des Diakonischen Werks im oberbayerischen Rosenheim. Die Rückkehr des Jugendlichen nach Deutschland bestätigte die Sprecherin des Münchner Sozialreferats, Monika Niedermayer, am Dienstag unter Berufung auf "Mehmets" Anwalt Alexander Eberth.

Vor seiner Abschiebung war Muhlis A., der aus Jugendschutzgründen "Mehmet" genannt wurde, mehr als 60 Mal wegen Diebstahls, Einbruchs und Raubes aufgefallen. Er konnte jedoch erst für einen nach seinem 14. Geburtstag begangenen Raubüberfall belangt werden, weil er zuvor nicht strafmündig war.

Mitte Juli verplichtete das Bundesverwaltungsgericht die Stadt München, dem jungen Mann eine Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen. Bei der Abschiebung 1998 sei der besondere Ausweisungsschutz für Minderjährige missachtet worden, den das deutsche Ausländerrecht zum Schutz der Familien vorsehe.

Nach der Gerichtsentscheidung zeigte sich der junge Mann geläutert. Dem SPIEGEL sagte er: "Der 'Mehmet' ist tot. Ich bin jetzt der Muhlis."