Andre Anderson: Schwarzer wird Polizeichef von Ferguson - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Andre Anderson Schwarzer wird Polizeichef von Ferguson

Andre Anderson ist neuer Polizeichef des von Krawallen geschüttelten Ferguson. Er ist Afroamerikaner und hat sich zur Aufgabe gemacht, das Vertrauen zwischen Bevölkerung und Polizei wiederherzustellen.
Andre Anderson: Erst Interimschef, später wohl dauerhafter Chef
Andre Anderson: Erst Interimschef, später wohl dauerhafter Chef

Andre Anderson: Erst Interimschef, später wohl dauerhafter Chef

Foto: AP/dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Knapp ein Jahr nach den tödlichen Polizeischüssen auf den schwarzen Jugendlichen  Michael Brown in Ferguson hat ein Afroamerikaner die Führung der Polizei in der Kleinstadt im US-Bundesstaat Missouri übernommen. Der 50-jährige Andre Anderson wurde am Mittwoch zunächst übergangsweise zum Polizeichef ernannt. Bürgermeister James Knowles stellte aber in Aussicht, dass Anderson den Posten dauerhaft bekleiden könnte. Der neue Polizeichef sagte, er wolle das zerstörte Vertrauen zwischen der mehrheitlich schwarzen Bevölkerung und der überwiegend weißen Polizeitruppe in Ferguson wiederherstellen.

Der Vorort von St. Louis war im August vergangenen Jahres in die Schlagzeilen geraten, als Brown von einem weißen Polizisten erschossen wurde. Der Polizist wurde nicht angeklagt, obwohl der Teenager unbewaffnet war. Der Tod des Jugendlichen und der Verzicht auf einen Strafprozess führten zu tagelangen Unruhen. An dem Fall entzündete sich eine landesweite Debatte über Rassismus und Polizeigewalt.

Die schwarze Bevölkerung von Ferguson fühlt sich von der Polizei systematisch diskriminiert. Ein Anfang März veröffentlichter Bericht des US-Justizministeriums bestätigte routinemäßige Schikane von Afroamerikanern in dem Vorort. Für Kritik sorgte auch, dass die Führungspositionen in der Stadtverwaltung vor allem von Weißen besetzt sind. Als Reaktion auf den Bericht des Justizministeriums traten der Verwaltungsdirektor und der Polizeichef von Ferguson zurück.

kbl/AFP