Bergheim: Herbert Reul spricht von Anfangsverdacht der »verfassungsfeindlichen Sabotage« - DER SPIEGEL
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Störung an Umspannwerk in Bergheim Reul spricht von Anfangsverdacht der »verfassungsfeindlichen Sabotage«

Nach dem Kurzschluss an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln gehen die Ermittler von einer Straftat aus. »Das war Absicht«, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul. »Wer da ran geht, greift unser Land an«.
Herbert Reul: Innenminister von Nordrhein-Westfalen
Herbert Reul: Innenminister von Nordrhein-Westfalen

Herbert Reul: Innenminister von Nordrhein-Westfalen

Foto: Henning Kaiser / dpa

Nach der Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln ermittelt die Polizei wegen »verfassungsfeindlicher Sabotage«. Unbekannte hätten Kabel über die Oberleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).

»Das war kein kaputter Schalter, das war Absicht. Wer da ran geht, greift unser Land an«, sagte Reul. »Wir prüfen zwei Richtungen: fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus.« Nichts davon könne derzeit ausgeschlossen werden. Ob es einen Zusammenhang mit dem Geschehen in Brandenburg gebe, werde geprüft.

Dort war am Dienstag ebenfalls ein Umspannwerk angegriffen worden, ermittelt wird dort unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung.

Das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) steht nach eigenen Angaben mit den ermittelnden Dienststellen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen im Informationsaustausch. Ziel sei es, Ermittlungsansätze zu gewinnen, teilte ein LKA-Sprecher auf Anfrage mit. Weitere Angaben machte er nicht.

Täter sollen Kurzschluss ausgelöst haben

Von dem Kurzschluss am Dienstagabend in NRW waren mehrere Leitungen betroffen. Der Strom fiel an mehreren Kraftwerksblöcken aus. Es gab der Polizei zufolge aber keine Stromausfälle für Haushalte. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) betonte, die Stromversorgung sei nicht gefährdet gewesen.

»Die schnelle und professionelle Reaktion von Amprion und RWE hat gezeigt: Unsere Energieversorgung ist robust. Wer auch immer hinter diesem Vorfall steckt: Er hat sich an unseren Profis die Zähne ausgebissen und unsere Energieversorgung nicht aus dem Takt gebracht«, sagte sie.

Die Täter hätten mutmaßlich leitfähiges Material, möglicherweise Kabel, auf eine Oberleitung gebracht und damit den Kurzschluss ausgelöst. Genauere Angaben seien zunächst nicht möglich. »Bisher haben wir nichts gefunden«, ergänzte Reul. Die Polizei weitete indes die Tatortaufnahme aus. »Da wird nichts liegen gelassen, wir schauen überall hin, jede Spur wird gesichert, jeder Meter zweimal angeschaut«, betonte Reul.

Die Polizei war nach eigenen Angaben gegen 20.00 Uhr wegen einer »Störung« zu dem Umspannwerk in Bergheim-Rheidt gerufen worden. Infolge des Kurzschlusses fielen beim Energiekonzern RWE fünf Braunkohleblöcke in Neurath und Niederaußem mit einer Kapazität von insgesamt rund 4200 Megawatt aus. Drei Blöcke sollten am Mittwoch wieder ans Netz gehen, bei den zwei übrigen sei mit einer Wiederinbetriebnahme erst am Wochenende zu rechnen.

kim/jah/dpa/APF