Foltervideo: Täter bitten um Entschuldigung - DER SPIEGEL
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Foltervideo Täter bitten um Entschuldigung

Das Video schockierte: Weiße Studenten hatten sich dabei gefilmt, wie sie fünf schwarze Reinigungskräfte ihres Wohnheims demütigten und quälten. Nun bitten zwei der Täter öffentlich um Verzeihung - und bedauern doch vor allem sich selbst.
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Bloemfontein - "Wir sind keine Rassisten und hatten nicht die Absicht, die Angestellten im Besonderen oder Schwarze im Allgemeinen zu erniedrigen", teilten Roelof Malherbe und Schalk van der Merwe mit. Die beiden Studenten, die mittlerweile von der "Free State"-Universität im südafrikanischen Bloemfontein suspendiert wurden, sind überzeugt, als "Rassisten geopfert" worden zu sein.

Vier weiße Studenten der "Free State"-Universität, darunter Malherbe und van der Merwe, hatten sich dabei aufgenommen, wie sie fünf schwarze Reinigungskräfte demütigten. Sie nötigten die Angestellten, vier Frauen und einen Mann, in einem Wohnbereich der Universität zunächst, harten Alkohol zu trinken.

Später zwangen die Studenten ihre Opfer, darunter ein Mann über sechzig, auf die Knie. Das Putzpersonal musste aus Plastikeimern eine Fleischsuppe zu sich nehmen - zuvor hatten die Studenten Knoblauch darüber verteilt und anscheinend in das Essen uriniert. Malherbe und van der Merwe erklärten nun, in Wirklichkeit sei nur eine "harmlose" Flüssigkeit hineingegossen worden. Der Film soll bereits im September vergangenen Jahres gedreht worden sein, gelangte jedoch erst jetzt an die Öffentlichkeit.

Malherbe und van der Merwe sagten, es täte ihnen leid, den Streifen, der "satirisch" gemeint gewesen sei, gemacht zu haben. Sie entschuldigten sich für "jede Peinlichkeit, die sie unabsichtlich verursacht hätten". Nach Erkenntnissen der Universität waren zudem die Studenten Danie Grobler und Johnny Roberts an dem geschmacklosen Film beteiligt.

Die Opfer des Übergriffs leiden unter den erlittenen Demütigungen: "Wir fühlen Schmerz", sagte Emma Koko, 40, die seit 20 Jahren für die Universität arbeitet. "Es ist etwas, das wir nie erwartet hätten. Wir betrachten die Studenten doch als unsere Kinder."

Neben dem Inhalt des Videos hatte auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung für Diskussionen gesorgt: Offenbar soll auf dem Campus, auch in den Wohnheimen, die Integration schwarzer Studenten aktiver betrieben werden. Dagegen gab es vergangene Woche wütende Straßenkrawalle weißer Studenten in Bloemfontein. Sie verbrannten Autoreifen, warfen Schaufenster ein.

Zuvor waren die Studenten des "Reid"-Wohnheimes aufgerufen worden, einen Film zum Thema "Integration" zu drehen. Am Ende des Foltervideos wird eine der Frauen gezwungen, das schmutzige Geschirr abzuwaschen, dazu wird der Text eingeblendet: "Das halten wir von Integration."

jdl/AP

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