Gift in Capri-Sonne: Ehemann bekommt Bewährungsstrafe - DER SPIEGEL
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K.o-Tropfen in Capri-Sonne Mann bekommt Bewährungsstrafe für Vergiftung seiner Frau

Die Substanz im Fruchtgetränk sollte sein Liebesleben wieder in Schwung bringen: Ein Mann aus Bremen hat K.o-Tropfen in Capri-Sonne gemischt. Seine Ehefrau trank davon - und fiel ins Koma. Der 57-Jährige wurde wegen Körperverletzung verurteilt, die Strafe wurde auf Bewährung ausgesetzt.
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Bremen - Im Prozess um ein vergiftetes Getränk ist ein 57-Jähriger mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. Das Amtsgericht Bremen verurteilte den Mann am Montag wegen versuchter gefährlicher und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldbuße von insgesamt 2400 Euro. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. "Man kann davon ausgehen, er wird nicht wieder straffällig", sagte der Vorsitzende Richter Hans Ahlers. Letztlich habe das Ganze mit einem tragischen Geschehen in einer langjährigen Beziehung zu tun.

Die Ehefrau des Mannes hatte im Juli 2012 aus der vergifteten Capri-Sonne getrunken - und lag darauf hin mehr als zwei Wochen im Koma. Die Ermittler waren zunächst von einem Produkterpresser ausgegangen, eine Woche nach der Tat stand jedoch der Ehemann unter Verdacht.

Über seinen Anwalt ließ der Angeklagte, der wegen einer Erkrankung nicht selbst sprechen konnte, den Ablauf der Geschehnisse schildern. Er habe die K.o.-Tropfen in Fruchtsaftgetränke gemischt, weil er "neuen Schwung ins eheliche Liebesleben bringen" wollte. Im Internet habe er recherchiert, dass das Mittel euphorisiert und sexuell enthemmt. "Was ich getan habe, tut mir unendlich leid."

Frau hat überlebt

Zunächst habe nur er das Getränk getrunken. Nach kurzer Zeit sei er bewusstlos geworden und erst im Krankenhaus wieder zu sich gekommen. Er sei fest davon ausgegangen, dass keiner mehr von der Capri-Sonne trinken würde. Doch es kam anders: Seine damals 54 Jahre alte Frau trank laut Anklage am 12. Juli den vergifteten Saft, wurde bewusstlos, hatte hohes Fieber sowie Krämpfe und wurde ins künstliche Koma versetzt.

Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der Angeklagte da noch wollte, dass seine Frau davon trank, sagte der Staatsanwalt. Vor dem Verhandlungstag hatte es nach Angaben von Richter Ahlers Gespräche zwischen Kammer, Staatsanwaltschaft und Verteidigung "mit dem Ziel einer Verständigung gegeben". Der Angeklagte habe erhebliche gesundheitliche Probleme. Mit seiner Frau habe er sich wieder ausgesöhnt.

sun/dpa