Terrorverdacht Razzien in NRW – drei Männer sollen Anschlag geplant haben
Einsatz in Hagen
Foto:Alex Talash / dpa
In Nordrhein-Westfalen ermitteln die Behörden gegen drei Männer, die mutmaßlich einen Anschlag geplant haben. Ein Spezialeinsatzkommando hat einen Deutschen, 23, einen Syrer, 20, und einen Deutsch-Syrer, 24, am Donnerstagabend in Hagen und Unna in Gewahrsam genommen. Hintergrund ist der Verdacht, dass sie eine staatsgefährdende Straftat vorbereiteten.
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen besteht bei Kai A. R., Hussein A. A. und Abdullah A. A. der Verdacht einer ideologischen Nähe zur Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS). Der Deutsche soll zum Islam konvertiert sein. Auch bei einer Verwandten eines Verdächtigen in Siegen gab es nach SPIEGEL-Informationen eine Razzia.
Affinität zum »Islamischen Staat«
Anfang des Jahres hatte der Verfassungsschutz die drei Männer nach SPIEGEL-Informationen als verdächtig identifiziert. Alles deutete demnach auf einen starken Radikalisierungsgrad sowie eine Affinität zum »Islamischen Staat« hin. Daraufhin wurden die nachrichtendienstlichen Maßnahmen intensiviert. Dabei erfuhren die Ermittler von Anschlagsgedanken und Planungen.
Zuerst hatte »Bild« berichtet, die drei Männer hätten sich im Internet über einen möglichen Anschlag mit Waffen ausgetauscht. Nach SPIEGEL-Informationen aus Sicherheitskreisen wurden bei den Durchsuchungen Datenträger sowie eine Machete und eine Airsoftwaffe gefunden.
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen darf in einem Terrorverdachtsfall Personen präventiv bis zu 14 Tage in Gewahrsam nehmen, wenn ein Richter das entscheidet. Erhärtet sich der Verdacht nicht, muss der Gewahrsam aufgehoben werden.
Die Nachrichtenagentur dpa berichtet unter Berufung auf die Polizei, dass zwei der Männer sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß befinden.
Was mit dem dritten Mann ist, dem zum Islam konvertierten Deutschen, blieb zunächst unklar. Die Polizei kündigte eine weitere Mitteilung zu den andauernden Ermittlungen im Laufe des Tages an.
»In Anschlagsfantasien verloren«
Der Zugriff am Donnerstagabend war laut Polizei in enger Abstimmung mit dem Landeskriminalamt (LKA) und weiteren beteiligten Sicherheitsbehörden erfolgt.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul lobte die Ermittler. »Diese Typen haben sich in Anschlagsfantasien verloren und glaubten, unsichtbar zu sein«, sagte der CDU-Politiker. »Unser Verfassungsschutz sieht mehr, als ihnen lieb ist, und unsere Polizei schlägt zu, bevor sie es tun.« Die Ermittlungen müssten nun alles Weitere zeigen.