Anschlag auf "Hamburger Morgenpost" Polizei verdächtigt Islamisten
"Hamburger Morgenpost": Anschlag auf die Pressefreiheit?
Foto: Bodo Marks/ dpaHamburg - Der Brandschlag auf das Verlagsgebäude der "Hamburger Morgenpost" hat möglicherweise doch einen islamistischen Hintergrund. Einige der insgesamt neun Tatverdächtigen seien dem Verfassungsschutz wegen ihrer Beteiligung an der Koranverteilaktion "Lies" bekannt, teilte der Hamburger Senat auf eine CDU-Anfrage mit. Die Aktion war von Salafisten initiiert worden.
"Einen religiösen Zusammenhang zu diesen Taten kann ich nicht ausschließen", sagte eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft der Zeitung. "Die Ermittlungen wurden von Anfang an auch in diese Richtung geführt."
Die Polizei hatte am 4. März die neun Verdächtigen im Alter von 16 bis 21 Jahren vorübergehend festgenommen. Fünf von ihnen sind Schüler der Max-Brauer-Schule, auf die ebenfalls ein Brandanschlag verübt wurde. Die Taten ereigneten sich nur wenige Tage nach den "Charlie Hebdo"-Anschlägen in Paris. Die "Hamburger Morgenpost" hatte die islamkritischen Karikaturen der Zeitung nachgedruckt.
Über ein mögliches Motiv der Verdächtigen war zunächst nichts bekannt geworden. Beobachter gingen in der vorigen Woche davon aus, dass die Ermittler eher nicht mehr von einem islamistischen Anschlag ausgingen.