Österreich: Der "Superpapa" und ein Fünffachmord - DER SPIEGEL
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Österreich Der "Superpapa" und ein Fünffachmord

Familientragödie in Wien: Der 39-jährige Reinhard S. hat eingeräumt, seine Tochter, seine Frau, seine Eltern und seinen Schwiegervater mit einer Axt erschlagen zu haben - wahrscheinlich aus Geldsorgen.
Von Stefan Domnanovich
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Wien - Es geschah in der Neue Welt-Gasse im Wiener Bezirk Hietzing, einer ruhigen Seitenstraße am Rande der Stadt, begrünt wie eine Allee, nur einen Spaziergang vom Schloss Schönbrunn entfernt. Früher residierte in dieser Gegend der Adel, und auch heute gehört Hietzing zu den vornehmsten Vierteln der Metropole.

Hier lebte Reinhard S., freiberuflicher PR-Berater, mit seiner Frau Barbara, 42, einer Beamtin im Finanzministerium, und ihrer siebenjährigen Tochter Natalie in einem ockerfarbenen, gutbürgerlichen Mehrfamilienhaus.

"Idyllisch", habe alles gewirkt, sagt ein Nachbar. "Ich hatte immer den Eindruck, der ist ein Superpapa", so eine Nachbarin. Reinhard S., stets mit schwarzer Baskenmütze unterwegs, sei gerne mit seiner Tochter Tretroller gefahren und wirkte "sorgsam und vernünftig". Kamen Natalies Schulfreunde zu Besuch, spielten die Kinder oft vergnügt auf dem Balkon. Die Eheleute S. seien meinungsfreudige Persönlichkeiten gewesen, die ein erfülltes Leben zu führen schienen.

Doch Mittwochmorgen, es ist genau 3.20 Uhr, betritt Reinhard S. die Polizeiwache in der Lainzerstraße: "In meiner Wohnung liegen meine tote Frau und mein totes Kind", sagt er und gesteht außerdem die Morde an seinem Schwiegervater in Ansfelden sowie an seinen Eltern in Linz.

Nachdem die zuständigen Beamten den ersten Tatort erreichen, bietet sich ihnen ein schauriges Bild: Offenbar erschlug der Familienvater erst seine Tochter im Kinderzimmer und dann seine Frau im Badezimmer mit einer Axt und bedeckte anschließend die Leichen mit Decken.

Ersten Ermittlungen zufolge fuhr der 39-Jährige anschließend mit seinem Auto ins etwa 170 Kilometer entfernte, oberösterreichische Ansfelden. Im Einfamilienhaus seiner Eltern tötete er demnach zunächst seine Mutter Gabriele, dann seinen im Fernsehsessel schlafenden Vater. Dort hinterließ er auch "Entschuldigungsbriefe", wie ein Polizeisprecher sagte.

Im etwa 30 Minuten entfernten Linz soll S. gegen 19 Uhr noch seinen 80 Jahre alten Schwiegervater direkt an der Eingangstür ermordet haben. Auch bei ihm fanden die Ermittler einen Brief. Anschließend kehrte Reinhard S. nach Wien zurück, Pressemeldungen zufolge soll er versucht haben, sich zu erhängen.

Major Thomas Stecher, Kriminaldirektion Linz, beschreibt den Täter als nüchtern und gefasst. Er habe durch verpatzte Spekulationen sechsstellige Schulden bei diversen Verwandten angehäuft und wollte "seiner Familie diese Schmach ersparen". Die Untersuchungen der Tatwaffe und der Tatorte seien im Gange, eine Obduktion der Leichen sei veranlasst worden.

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