Prozess in Belgien Serienmörder schuldig gesprochen
Tongern - Der Belgier Ronald J. ist für schuldig befunden worden, drei junge Menschen umgebracht zu haben. Die Geschworenen eines Gerichts in Tongern stellten am Donnerstag auch "Heimtücke" fest. Damit drohen dem 40-Jährigen bei der für Freitag geplanten Verkündung des Strafmaßes 30 Jahre Haft. Der Mann wurde auch der Folter, der Vergewaltigung und der Freiheitsberaubung für schuldig befunden.
J. wurde verurteilt, weil er 2007 und 2010 zwei junge Frauen im Alter von 18 Jahren und einen 22-jährigen Mann gequält und dann getötet hatte. Kurz vor der Beratung der Geschworenen hatte er in einem Schlusswort Bedauern gezeigt. "Wie auch immer ich mich verhalten habe: Wut, Angst, Frustrationen - ich habe das nicht gewollt und es tut mir leid", sagte der ehemalige Lehrer. Der Angeklagte dankte dem Gericht für die "Ernsthaftigkeit" der Verhandlung.
Sein Verteidiger hatte zuvor argumentiert, sein Mandant habe nicht vorsätzlich und geplant getötet. Es habe zuvor Streit mit seinen Opfern gegeben. Danach habe J. sich nicht mehr kontrollieren können.
Ein Anwalt der Hinterbliebenen, die als Nebenkläger zugelassen wurden, wies diese Auffassung als "Fantastereien" zurück, mit denen J. lediglich seiner Verantwortung ausweichen wolle. "Einige Leute sind verschwunden und Sie wissen, wo sie sind", sagte der Anwalt unter Anspielung auf den Verdacht, der Verurteilte könne auch für eine Reihe anderer Frauenmorde in den vergangenen Jahren verantwortlich gewesen sein.