Todesstrafe: Texas richtet Polizistenmörder hin - DER SPIEGEL
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Todesstrafe Texas richtet Polizistenmörder hin

Der US-Bundesstaat Texas hat den fünften Häftling in diesem Jahr hingerichtet. Kent Sprouse hatte vor 13 Jahren einen Polizisten ermordet.
Hingerichteter Mörder Sprouse: Bei der Tat stand er unter Drogen
Hingerichteter Mörder Sprouse: Bei der Tat stand er unter Drogen

Hingerichteter Mörder Sprouse: Bei der Tat stand er unter Drogen

Foto: REUTERS/Texas Department of Criminal Justice
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Kent Sprouse tötete zwei Menschen. Im Oktober 2002 erschoss er in einem Vorort von Dallas zunächst Pedro Moreno, einen unbescholtenen Mann, der neben ihm an der Tankstelle Benzin zapfte. Dann feuerte er zweimal auf den herbeigerufenen Polizisten. Marty Steinfeldt III konnte selbst noch 17 Schüsse abgeben, erlag aber bald darauf seinen Verletzungen.

Sprouse wurde schwer verletzt, aber er überlebte. Für den Mord an Moreno, den er angeblich für einen verdeckten Ermittler hielt, wurde er nie angeklagt. Für den Mord am Polizisten verurteilte ihn ein Gericht im US-Bundesstaat Texas zum Tode.

Am Donnerstagabend wurde ihm im Gefängnis von Huntsville die Giftspritze gesetzt. Der 42-Jährige ist damit der fünfte Häftling, der seit Jahresbeginn in Texas hingerichtet wurde. Kein anderer Bundesstaat exekutiert mehr Menschen.

Sprouse war abhängig von Crystal Meth und stand zum Zeitpunkt der Tat unter Drogen, das schützte ihn aber nicht vor der Todesstrafe.

Noch in diesem Monat will die texanische Justiz drei weitere Gefängnisinsassen töten. Dafür reichen die Vorräte des Betäubungsmittels Pentobarbital noch. Für die im Mai geplanten drei Exekutionen braucht der Staat dann möglicherweise einen anderen Wirkstoff.

Die USA haben derzeit Lieferprobleme, weil sich viele Pharmaunternehmen inzwischen weigern, Mittel für Hinrichtungen zu verkaufen. In den vergangenen Monaten ist es deshalb mehrfach zu qualvollen Pannen bei Exekutionen in den Vereinigten Staaten gekommen.

Der Bundesstaat Utah hatte zuletzt die Einführung von Erschießungskommandos beschlossen, Oklahoma will nun dazu übergehen zu vergasen.


Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Mediziner hätten Sprouse die Giftspritze gesetzt. Tatsächlich ist das nicht bekannt, weil Texas wie andere Bundesstaaten keine Details zu den Exekutionsteams veröffentlicht. In der Regel werden die tödlichen Medikamente aber nicht von Medizinern verabreicht - US-Ärzteverbände lehnen die Teilnahme an Hinrichtungen in ihren Ethikrichtlinien  ab. Mediziner sind bei Exekutionen durchaus anwesend, etwa um den Tod des Häftlings festzustellen. In Texas dürfen zwei Ärzte bei Hinrichtungen dabei sein, dazu zählt auch der Gefängnisarzt. Die aktive Teilnahme eines Mediziners an einer Hinrichtung ist wohl die Ausnahme, kommt aber immer wieder vor, wie nicht nur anonyme Umfragen  zeigen. Auch an der verpfuschten Hinrichtung von Clayton Lockett in Oklahoma im vergangenen Jahr war ein Arzt direkt beteiligt.

syd/AP