Urteil gegen Serienstraftäter Thomas Feldhofer - DER SPIEGEL
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Thomas Feldhofer: Die Flucht des Unfassbaren hat ein Ende

Foto: Boris Roessler/ dpa

Urteil Serientäter Feldhofer muss 14 Jahre ins Gefängnis

Er stand als meistgesuchter Krimineller Deutschlands auf den Fahndungslisten, nun muss Thomas Feldhofer für lange Zeit ins Gefängnis. Das Frankfurter Landgericht verurteilte ihn zu 14 Jahren Haft - wegen 19 schwerer Straftaten.
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Frankfurt am Main - Schwerverbrecher Thomas Feldhofer ist wegen zahlreicher Überfälle zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Das Frankfurter Landgericht sprach den 47-Jährigen unter anderem des schweren Raubes und der schweren räuberischen Erpressung schuldig. "Herr Feldhofer, gegen Sie geht heute das Strafverfahren und vielleicht in gewissem Sinne auch Ihre Flucht zuende", sagte der Vorsitzende Richter.

Mit dem Urteil folgte das Gericht weitgehend dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft, die 14 Jahre und acht Monate gefordert hatte. Die Verteidigung stellte keinen konkreten Strafantrag.

Feldhofer hat die Taten gestanden und sich bei seinen Opfern, von denen einige noch heute unter den Auswirkungen der Überfälle leiden, entschuldigt. Er wurde unter anderem wegen der Entführung eines Linienbusses in Kronberg im Taunus im Dezember 2011 verurteilt. Zuvor hatte der Serienstraftäter bereits im gesamten Bundesgebiet Überfälle auf Sparkassen, Kioske und Tankstellen begangen. Bewaffnet mit einer Gaspistole, raubte der 47-Jährige auf seiner monatelangen Flucht mehrere Fahrzeuge. Insgesamt wurden ihm 19 Straftaten zur Last gelegt.

"Gewalt ist eigentlich kein Teil Ihrer Persönlichkeit", sagte der Vorsitzende Richter Jörn Immerschmitt. Feldhofer sei während des Prozesses auch in den Medien vom "brutalen Verbrecher zum sympathischen Angeklagten" geworden, der offen zu seinen Taten stehe und sich bei seinen Opfern entschuldigt habe.

Bis zu seiner Festnahme im Februar dieses Jahres im schleswig-holsteinischen Ratzeburg galt Feldhofer als der meistgesuchte Verbrecher in Deutschland. Das erbeutete Geld, etwa 15.000 bis 20.000 Euro, verwendete er nach eigener Aussage vor allem, um seine Spiel- und Alkoholsucht zu finanzieren. "Das war neben der Festnahme die zweite Sackgasse in Ihrem Leben", sagte Immerschmitt.

Die Tatorte wählte der gelernte Elektroinstallateur nach eigenen Angaben zufällig aus. Bei seinem Raubzug war Feldhofer ein Einzelgänger, nur unregelmäßig nahm er Kontakt zu seinen Bekannten auf. "Sie besaßen keine emotionale Bindung zu anderen Menschen", sagte Immerschmitt. "Das hat uns erschreckt." Auf dem Handy des Mannes seien neben Anrufen einer Zeitarbeitsfirma keine Anrufe gefunden worden.

Im Gefängnis ist Feldhofer bereits ein alter Bekannter: Er hatte schon von 2001 bis 2008 wegen acht Banküberfällen hinter Gittern gesessen. Er kam auf Bewährung frei, wurde den Ermittlern zufolge aber bald rückfällig.

Zwar habe er seine Raubüberfälle noch unter laufender Bewährung begangen, eine Gewalteskalation sei aber nicht zu befürchten, hatte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer erläutert: Feldhofer sei "ein atypischer Räuber, der immer höflich und ruhig geblieben ist". Eine Sicherungsverwahrung beantragte die Anklagebehörde daher nicht. Auch der Vorsitzende Richter sah dafür keinen Anlass. "Die reduzierte Bereitschaft zur Gewaltanwendung schließt für uns eine Sicherungsverwahrung aus", sagte er.

wit/aar/dpa/dapd