London: Star-Designer Alexander McQueen ist tot - DER SPIEGEL
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London Star-Designer Alexander McQueen ist tot

Er galt als einer der erfolgreichsten Modeschöpfer der Branche: Der 40-jährige Alexander McQueen ist in seiner Londoner Wohnung tot aufgefunden worden. Die Umstände seines Ablebens sind noch unklar, ein Verbrechen wird jedoch ausgeschlossen. Seine Familie sei "völlig erschüttert", hieß es.
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Alexander McQueen: Mut, Visionen, Provokation

Foto: FRANCOIS GUILLOT/ AFP

London - Der Designer Alexander McQueen ist im Alter von nur 40 Jahren gestorben. Der Brite wurde am Donnerstagmorgen tot in seiner Londoner Wohnung aufgefunden. Die näheren Umstände sind noch unklar, ein Verbrechen schloss die Polizei jedoch aus.

Wie die britische "Times" berichtet, soll sich der Modeschöpfer das Leben genommen haben. Erst kürzlich hatte McQueen seine Mutter verloren, sie soll am Freitag beigesetzt werden. Die Nachricht von ihrem Tod hatte McQueen per Twitter übermittelt und mitgeteilt, es sei "schwer, ohne sie zurechtzukommen." Eine enge Freundin McQueens, die Stilikone und Publizistin Isabella Blow, die als seine Entdeckerin galt, hatte vor drei Jahren Selbstmord begangen.

McQueens Familie teilte in einer Stellungnahme mit, man sei "zutiefst erschüttert". Der Designer starb wenige Tage vor der Londoner Fashion Week. Am 9. März sollte er in Paris seine Prêt-à-Porter-Damenkollektion vorstellen.

Der Brite, der aus dem Londoner East End stammte, entwarf bereits als Kind Kleider für seine Schwestern. Seine Ausbildung machte er unter anderem in der berühmten Londoner Savile Row beim Herrenausstatter Anderson & Sheppard, zudem absolvierte er die renommierte Modeschule Central Saint Martins College of Art and Design.

Zunächst galt McQueen als Enfant terrible der Modeszene, entwickelte sich aber in den vergangenen Jahren zu einem der einflussreichsten Vordenker seiner Branche. Mehrere Jahre arbeitete er als Chefdesigner bei dem französischen Modehaus Givenchy - seine Berufung zum Nachfolger John Gallianos 1996 war ein Paukenschlag. 2001 endete die Zusammenarbeit - McQueen fühlte sich "künstlerisch eingeengt". Seit 2000 vermarktete er unter dem Dach des italienischen Modekonzerns Gucci sein eigenes nach ihm benanntes Label. 2004 brachte er seine erste Herren-Modelinie auf den Markt, außerdem kreierte er Parfums.

McQueen provozierte wie kein anderer seiner etablierten Kollegen: Bei einer Modeschau unter dem Titel "Highland Rape" ("Highland-Vergewaltigung") schickte er mutmaßliche Vergewaltigungsopfer in zerrissenen Kleidern auf den Laufsteg, von der Presse wurde er gern als "Bad Boy" oder "Hooligan" tituliert. Vier Mal wurde er zum britischen Designer des Jahres gekürt.

Im Interview mit SPIEGEL ONLINE sagte Franca Sozzani, Chefredakteurin der italienischen "Vogue", über Alexander McQueen: "Man kann ihn mögen oder nicht, doch niemand wird je aus einer seiner Schauen kommen und sagen, der Mann habe keine Visionen, sei kein kreativer Kopf. Was er macht, ist nie banal, wenngleich auch manchmal nicht leicht zu entziffern."

Der US-Blog "Jezebel" erwies dem Designer auf treffende Weise seine Reverenz und wies zugleich auf die bleibende Bedeutung seines Genies hin: "McQueen is dead", heißt es dort, "long live McQueen".

pad/AP/AFP

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