Box-Legende Muhammad Ali mit Lungenentzündung im Krankenhaus
Louisville - Box-Legende Muhammad Ali liegt seit Samstag (Ortszeit) mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Wie der Pressesprecher des 72-Jährigen, Bob Gunnell, mitteilte, soll es sich um einen leichten Fall handeln und der Klinik-Aufenthalt nicht allzu lange dauern. Die Prognosen seien gut, sagte Gunnell, weil die Lungenentzündung früh behandelt werde. in welchem Krankenhaus Ali liegt, ist bisher nicht bekannt.
Der frühere Sportler hat sich seit Längerem aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Zuletzt wurde der dreimalige Schwergewichts-Weltmeister im vergangenen September bei einer Preisverleihung in seiner Heimatstadt Louisville im US-Bundesstaat Kentucky gesehen. Bereits 1984 wurde bei dem "Sportler des Jahrhunderts" die Parkinson-Krankheit diagnostiziert.
Muhammad Ali: Sorgen um den Champion
Zunächst präsentierte sich Ali dennoch immer wieder in die Öffentlichkeit. Nach seinem Rückzug aus dem Sport im Jahr 1981 hatte er sich für Bürgerrechte und Religionsfreiheit eingesetzt. Sein denkwürdigster Auftritt gelang ihm bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, als er als Überraschungsgast mit zittriger Hand das olympische Feuer entzündete. "Ich habe gezeigt, dass Parkinson mich nicht bezwingen kann", sagte Ali damals, "ich habe gezeigt, dass ich immer noch der Größte bin."
Bruder prognostizierte Tod Alis
Doch mit den Jahren setzte dem Box-Champion die Krankheit immer stärker zu. Bei der Beerdigung seines Erzrivalen Joe Frazier im November 2011 musste er, schwer gezeichnet vom Parkinson-Syndrom, von Ehefrau Lonnie und Helfern auf dem Weg in die Kirche gestützt werden. Wenige Tage später brach er zusammen und wurde im Krankenhaus behandelt. Auch als Ali im September 2012 im Alter von 70 Jahren mit der Freiheitsmedaille eine der höchsten zivilen Auszeichnungen der USA erhielt, wirkte er deutlich geschwächt. Er selbst sprach nicht, konnte aber aufstehen, um die Medaille in Empfang zu nehmen.
Im folgenden Jahr rissen die Gerüchte um seinen Gesundheitszustand nicht ab: Im Februar 2013 behauptete sein Bruder, dass Ali bald sterben werde. Alis Frau Lonnie wies das entschieden zurück. Bruder Rahman gab zu, nur telefonisch Kontakt zu Ali zu halten.
Hunderttausende Euro für einen Boxhandschuh
2014 machte vor allem die Versteigerung von einem Paar Boxhandschuhen Schlagzeilen, die er 1971 im "Kampf des Jahrhunderts" gegen Frazier getragen hatte. Ein anonymer Sammler war bereit, 388.375 Dollar (etwa 290.000 Euro) für das Paar auszugeben. Glück hatten die Handschuhe Ali nicht gebracht, denn den Kampf entschied letztlich Frazier für sich.
Die Begegnung gilt als legendäres Duell der Giganten, das auch Prominente wie Woody Allen, Norman Mailer und Frank Sinatra nicht verpassen wollten. Ali und Frazier hatten beide eine hervorragende Kampfbilanz. Zusätzlich zur Prämie wurde beiden Boxern deshalb die damals unglaubliche Summe von 2,5 Millionen Dollar zugesagt.