Britische Fernsehköchin: Der tiefe Fall der Nigella Lawson
Britische Starköchin Nigella Lawson enttäuscht über Freisprüche für Assistentinnen
London - Es ging um den Vorwurf der Veruntreuung: Ein Londoner Gericht hat zwei frühere Assistentinnen der Starköchin Nigella Lawson freigesprochen. Die 53-Jährige und ihr Ex-Mann, der Kunstsammler Charles Saatchi, hatten die beiden italienischen Schwestern Elisabetta und Francesca Grillo, verklagt.
Der Vorwurf: Das Geschwister-Duo, einst als Kinderfrau und Haushaltshilfe eingestellt, soll von 2008 bis 2012 mit Kreditkarten von Saatchis Firma knapp 700.000 Pfund (etwa 820.000 Euro) für sich selbst abgezweigt haben - und unter anderem für Designerkleidung, teure Handtaschen und Erste-Klasse-Flüge. Über den Freispruch seien seine Mandantinnen "natürlich erleichtert", sagte ihr Anwalt Richard Cannon nach der Urteilsverkündung.
Für Schlagzeilen hatte während des Prozesses vor allem Lawsons Aussage gesorgt, bei der die TV-Köchin zugab, in der Vergangenheit Kokain und Cannabis konsumiert zu haben. Zu ihrer Verteidigung hatten die Grillo-Schwestern vorgebracht, Lawson habe die Ausgaben gebilligt und dafür Stillschweigen zu ihrem Drogenkonsum erwartet.
Lawson bestritt den Vorwurf, eine "regelmäßige Drogenkonsumentin" gewesen zu sein. Sie habe nur zu zwei Zeitpunkten in ihrem Leben Kokain geschnupft: Einmal in den neunziger Jahren, als bei ihrem ersten Mann John Diamond Krebs diagnostiziert worden war. Und im Juli 2010, als Saatchi sie "terrorisiert" habe. Im letzten Jahr ihrer Ehe habe sie auch "gelegentlich" einen Joint geraucht, um ihr Leben erträglicher zu machen. "Ich war aber nie drogenabhängig."
Vom Urteil sei sie "enttäuscht, aber nicht überrascht", sagte Lawson am Freitag. Während des Prozesses sei das Gericht mit einem "lächerlichen Nebenkriegsschauplatz" - falschen Anschuldigungen in Bezug auf ihren Drogenkonsum - konfrontiert gewesen. Dies habe eine Fokussierung auf das eigentliche Verfahren unmöglich gemacht.