Pleiteskandal Pooth-Verhör überraschend geplatzt
Düsseldorf - Vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft waren die Pressevertreter in Stellung gegangen - doch Franjo Pooth tauchte nicht auf. Ein Sprecher der Behörde wollte sich zu den Gründen seines Fernbleibens und den weiteren Ermittlungen nicht äußern. Die Vernehmung soll nun nachgeholt werden.
Gegen den Mann von Verona Pooth wird wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung ermittelt. Außerdem hatte er beim Finanzamt Selbstanzeige wegen eines Steuervergehens erstattet. Pooths Unternehmen Maxfield hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Der Insolvenzverwalter hatte die Schulden des Unternehmens auf mindestens 19 Millionen Euro beziffert. Die Gläubiger können nur mit einem kleinen Bruchteil ihrer Ansprüche rechnen.
Pooth soll sich mit teuren Geschenken an Sparkassen-Vorstände hohe Kredite für sein Unternehmen erschlichen haben. Der Chef der Düsseldorfer Sparkasse und ein weiterer Vorstand wurden deswegen fristlos entlassen.
Pooths Erklärungsversuche zur Insolvenz von Maxfield, als deren Geschäftsführer er fungierte, klangen kläglich: "Im Nachhinein musste ich erkennen, dass ich im letzten Jahr kaufmännisch überfordert war", sagte Pooth der Zeitschrift "Bunte". "Irgendwann wuchs mir die Krise komplett über den Kopf."
jdl/dpa