Mel Gibson: Eine komplexe Persönlichkeit
Rückendeckung von Foster Mel Gibsons letzte Verbündete
Cannes - Mel Gibson hatte keinen Bock. Oder, wenn man sich wie Jodie Foster etwas vornehmer ausdrückt, "anderweitige Verpflichtungen". So wurde eine Pressekonferenz beim Filmfestival in Cannes, wo Fosters Film "The Beaver" gezeigt wird, zu einer Soloveranstaltung der 48-Jährigen. Das berichtet der "Telegraph". Foster war zur Europapremiere des Films angereist, bei dem sie Regie führte und Gibson eine Hauptrolle spielt.
Wer sich an Gibsons Eskapaden der vergangenen Jahre erinnert, versteht, warum er den Presseauftritt lieber anderen überließ.
Da wären die Vorwürfe, er habe seine Ex-Freundin Oksana Grigorieva verprügelt. Gibson hatte zugegeben, Grigorieva mit der flachen Hand geschlagen zu haben. Dann die unrühmliche Episode, als er einen Journalisten als "Arschloch" bezeichnete. Und seine antisemitische Hasstirade 2006 bei einer Verkehrskontrolle. Und auch die Aussage von Schauspielerin Winona Ryder, von Gibson ebenfalls antisemitisch bepöbelt worden zu sein.
"Ich kann Mels Verhalten nicht entschuldigen", sagte Foster nun in Cannes. "Aber ich kenne den Mann, den ich kenne, und er ist seit vielen, vielen Jahren ein Freund." Als Freund sei Gibson "nett, loyal, umsichtig". Sie könne stundenlang mit ihm am Telefon über das Leben reden, so Foster. "Er ist komplex und ich schätze seine Komplexität." Sie habe keine Probleme damit gehabt, Gibson die Rolle zu geben, sagte Foster. "Er war der Erste auf meiner Liste."
Foster und Gibson sind Freunde. Bereits in der Vergangenheit hat sie zu ihm gestanden - wie auch jetzt. "Er ist wahrscheinlich der meistgeliebte Schauspieler in Hollywood", sagte die 48-Jährige über Gibson. In dem Film spielt er einen Mann mit Depression, der sich durch die Kommunikation mit einer Handpuppe in Biberform therapiert.
So ganz auf seinen großen Auftritt verzichten wollte Gibson dann doch nicht. In Cannes schritt er mit der besten Freundin der Welt über den roten Teppich. Und schwieg.