"Mind the Gap" Londoner U-Bahn schenkt Witwe die Ansage ihres Ehemanns
"Mind the Gap": Unterschiedliche Ansagen im Untergrund
Foto: Andreas Gebert/ dpaLondon - "Mind the Gap" heißt es in der Londoner U-Bahn, der "Tube". Die Warnung vor dem Spalt zwischen Bahnsteig und U-Bahn kommt seit den sechziger Jahren vom Band. Auf unterschiedlichen Linien sagen verschiedene Sprecher den kurzen Hinweis.
Einer von ihnen war Oswald Lawrence. Nach dessen Tod konnte seine Witwe Margaret McCollum die von ihm gesprochene Ansage noch in der Haltestelle Embankment im Zentrum Londons hören. McCollums Enttäuschung war groß, als sie im vergangenen November feststellen musste, dass die Stimme ihres Mannes durch eine neue Aufnahme ersetzt worden war.
Die Witwe wendete sich an "Transport for London", den Betreiber der U-Bahn in der britischen Hauptstadt, und bat um eine Kopie der Aufnahme. Dort war man so gerührt von der Anfrage, dass die Mitarbeiter das Originalband heraussuchten und der Witwe eine CD-Kopie der Ansage übergaben. Außerdem, so U-Bahn-Direktor Nigel Holness, arbeite man daran, den Warnhinweis von Oswald Lawrence auch im 150. Jubiläumsjahr der Londoner U-Bahn wieder in der Haltestelle Embankment einzusetzen.
Vor 150 Jahren nahm die erste U-Bahn der Welt in London ihren Betrieb auf - mit Dampfloks unter der Erde. Die Presse nannte das Projekt "eine Beleidigung des gesunden Menschenverstands", der Betreiber verkaufte den Rauch als Heilmittel.
Lesen Sie hier, wie vor 150 Jahren die Londoner U-Bahn als erste der Welt den Betrieb aufnahm - mit Dampfloks unter der Erde. Die Presse nannte das Projekt "eine Beleidigung des gesunden Menschenverstands", der Betreiber verkaufte den Rauch als Heilmittel.