Heftige Feuer in Mecklenburg Innenminister Caffier fordert Waldbrand-Taskforce
Wasserwerfer im Waldbrand-Einsatz in Alt Jabel: Braucht es eine Feuer-Taskforce?
Foto: Bodo Marks/DPAZur Brandbekämpfung von mit Munition belasteten Flächen fordert Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier eine bundesweite Einsatzgruppe. Sie könnte nach dem Vorbild der bereits erfolgreich aufgebauten Medical Task Force an den Katastrophenschutzeinheiten angebunden werden, teilte das Innenministerium in Schwerin mit.
Die Gruppe soll nach dem Willen des CDU-Politikers die örtlichen Feuerwehr- und Katastrophenschutzeinheiten bei der Brandbekämpfung unterstützen. Um im Einsatzfall schnell erreichbar und einsatzbereit zu sein, müssten Spezialtechnik und Personal wie geländegängige Lösch- oder Räumfahrzeuge dezentral in ganz Deutschland stationiert werden.
Ende Juni war am Rande eines ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern ein Feuer ausgebrochen, das sich zum größten Waldbrand in der Geschichte des Landes entwickelte. Die Behörden ließen vier Ortschaften mit insgesamt etwa 650 Einwohnern evakuieren.
Noch immer gibt es Glutnester
Inzwischen sind nach Angaben der Einsatzleitung die Flammen auf dem mit Munition belasteten Gelände erloschen. Bei Kontrollen seien keine offenen Feuer mehr entdeckt worden. Doch gebe es auf einer Fläche von etwa 500 Hektar weiterhin Glutnester im Boden, die genau beobachtet werden müssten, sagte eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Zwischenzeitlich standen 1200 Hektar in Flammen. (Hier lesen Sie den Bericht einer betroffenen Anwohnerin ).
Feuerexperten warnten zuletzt, Deutschland sei nicht ausreichend auf die steigende Gefahr durch Wald- und Landschaftsbrände vorbereitet. In einem Papier an den Bundestag, aus dem das ARD-Magazin "Report Mainz" zitierte, schreibt das Global Fire Monitoring Center (GFMC), die zuständigen Stellen hätten insgesamt unzureichende Kapazitäten für die Bekämpfung von Wald- und Landschaftsbränden vorgesehen.
Aktuell beschäftigt ein großer Waldbrand in der Lieberoser Heide südöstlich von Berlin die Feuerwehr. Die Helfer kämpften auf einer Fläche von etwa hundert Hektar gegen die Flammen, wie eine Sprecherin der Regionalleitstelle Lausitz sagte. Besondere Probleme bereitet, dass die Böden im Brandgebiet mit Munition kontaminiert sind. Es wurde eine Gefahrenzone definiert, die weder betreten noch befahren werden darf.