Lungenvirus SARS: Erste Ansteckung innerhalb Europas - DER SPIEGEL
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Lungenvirus SARS Erste Ansteckung innerhalb Europas

Zum ersten Mal überhaupt hat sich ein Mensch innerhalb Europas mit dem SARS-Virus angesteckt. Im Gegensatz zu anderen Patienten, die an der gefährlichen Lungenentzündung erkrankten, war der Brite nicht in Risikoregionen gewesen. Auf den Philippinnen nimmt die Vorsorge inzwischen abstruse Formen an: In Aufzügen wurde das Lachen verboten.
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London/Peking - Der britische Geschäftsmann, der an dem SARS-Virus erkrankte, wird Medienberichten zufolge auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses behandelt und war in jüngerer Zeit nicht im Ausland. Das britische Gesundheitsministerium bestätigte am Montag auf Anfrage, dass es sich um den ersten Fall handele, bei dem sich ein Mensch in Großbritannien angesteckt habe.

Bei allen übrigen europäischen Fällen des Schweren Akuten Atemwegssyndroms handelt es sich nach Daten der Weltgesundheitsorganisation vom Samstag um so genannte importierte Erkrankungen, bei denen sich die Patienten außerhalb Europas infiziert hatten. Ansteckungen mit SARS wurden laut WHO zuvor nur in China einschließlich Hongkong, Taiwan, Singapur, Vietnam, Kanada und den USA registriert.

Unterdessen wurden in China an einem einzigen Tag fünfzehn neue SARS-Fälle gemeldet - die höchste Zahl innerhalb eines Tages bisher. Die Zahl der Erkrankten sieg damit landesweit auf 1426. Die chinesische Führung räumte erstmals ein, die Verbreitung der gefährlichen Lungenkrankheit SARS im Land sei "ernst". Zwar sei die Krankheit in einigen Gebieten inzwischen unter Kontrolle gebracht, sagte Ministerpräsident Wen Jiabao nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua vom Montag. "Die Situation als Ganzes bleibt aber ernst." Zugleich meldete China 106 neue Erkrankungen, die meisten davon im Norden des Landes. 6 weitere Patienten starben am Schweren Akuten Atemwegssyndrom. Wen rief die Behörden auf, dem Kampf gegen SARS höchste Priorität einzuräumen.

Bislang sind in China 64 Patienten an SARS gestorben. Aus dem Norden des Landes wurden allein im April 139 Krankheits- und 6 Todesfälle gemeldet. Es wird vermutet, dass sich die mysteriöse Lungenentzündung von der südlichen Provinz Guangdong aus in viele Länder ausbreitete.

Zur SARS-Prophylaxe haben nun die philippinischen Behörden das Lachen und Sprechen in allen Aufzügen des Flughafens in der Hauptstadt Manila verboten. Auch wer auf dem Gelände des Ninoy Aquino International Airport auf den Boden spucke, müsse künftig mit Bußgeldern rechnen, sagte der Generalmanager des Flughafens, Edgardo Manda, am Montag. Auf den Philippinen gibt es nach offizieller Darstellung bislang nur einen "wahrscheinlichen Fall" des Schweren Akuten Atemwegssyndroms.

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