Mallorca: Hai gefangen und eingeschläfert - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Nach Alarm am Strand Blauhai auf Mallorca gefangen und eingeschläfert

Vor Mallorca haben mehrere Blauhai-Sichtungen für Unruhe gesorgt. Die Küstenwache hat jetzt ein Tier gefunden und getötet. Doch ist der Spuk damit wirklich vorbei?
Hai am Illetes Strand
Hai am Illetes Strand

Hai am Illetes Strand

Foto: Angela & Tim Prottey-Jones/dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach drei Blauhai-Sichtungen vor der Mittelmeerinsel Mallorca hat die spanische Küstenwache ein Tier gefangen und eingeschläfert. Der rund eineinhalb Meter lange Blauhai sei kurz nach der dritten Sichtung vor der Küste von Can Pastilla rund zehn Kilometer östlich der Hauptstadt Palma gefangen worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Behörden.

Der Hai habe aufgrund einer Verletzung, die von einem am Mund festsitzenden Angelhaken verursacht worden sei, erlöst werden müssen, wurden Meeresbiologen des Palma Aquariums von der Zeitung "Diario de Mallorca" zitiert. Eine Rettung des Tiers sei aufgrund der Schwere der Verletzungen nicht möglich gewesen, hieß es. Der Hai wurde vor zahlreichen Schaulustigen am Strand von Can Pastilla unweit des Flughafens und des "Ballermanns" eingeschläfert.

Dennoch bleibt eine Frage offen: War es jedes Mal dasselbe Tier? Oder gibt es weitere Blauhaie, die sich in Küstennähe aufhalten? Unter Berufung auf Augenzeugen schrieb das "Mallorca Magazin", es habe sich eventuell um zwei verschiedene Tiere gehandelt. Der Hai vom Samstag soll demnach mit zwei bis zweieinhalb Metern Länge größer als der vom Sonntag gewesen sein.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Küstenwache und Zivilschutz suchten das Tier zunächst erfolglos. Am Sonntagabend dann meldete die "Mallorca Zeitung" dann, dass die Küstenwache den Hai gefangen  habe. Demnach hatte das Tier eine schwere Kopfverletzung, die von einer Harpune stammen könnte.

Der Blauhai ist eine von insgesamt rund 50 Haiarten, die im Mittelmeer leben, und kann Menschen gefährlich werden. Er gehört zu den Hochseehaien, die nur selten ihren normalen Lebensraum verlassen und in Küstennähe gesichtet werden. Angriffe sind deshalb äußerst selten.

Mehr zum Thema
4 Min

Überhaupt ist das Risiko, als Mensch von einem Hai angefallen zu werden, sehr gering. Laut Statistik des Museum of Natural History in Florida, das Hai-Attacken weltweit erfasst, lag die Zahl der Angriffe zwischen 2005 und 2014 pro Jahr stets deutlich unter hundert Fällen. Im Durchschnitt haben Haie weltweit jährlich 70 Menschen attackiert, sechs von ihnen starben.

Zur Einordnung: Weltweit sterben nach Mückenstichen jährlich 635.000 Menschen allein an Malaria. Schlangenangriffe töten pro Jahr weltweit 94.000 und Skorpione 3250 Menschen. Selbst durch Blitze werden mehr Menschen getötet als von Haien - allein in den USA jährlich 49.

asa/dpa

Mehr lesen über

Verwandte Artikel