Masakos Niederkunft Japan total schwanger
Tokio - An der japanischen Börse hat Masakos Schwangerschaft einen Babyboom ausgelöst. Seit der Palast im Mai die gute Nachricht verkündete, stiegen die Aktien der Hersteller von Kinderkleidung und Babynahrung. "Die Erwartungen angesichts der Geburt des ersten Kindes der Prinzessin sind extrem hoch", sagte eine Sprecherin des Unternehmens Wakodo, das Babynahrung herstellt. Von dieser Aufregung profitiere die Firma. Die Aktien von Wakodo stiegen seit Mai von 3400 Yen (61 Mark) auf derzeit 3790 Yen. Das entspricht mehr als elf Prozent.
Auch Combi Co, ein Hersteller von Kindersitzen und Kinderwagen gehört zu den Gewinnern am japanischen Aktienmarkt. Seine Aktien stiegen sogar um 32 Prozent auf 1020 Yen. Ein Unternehmenssprecher erklärte jedoch, er erwarte keine anhaltende Euphorie. "Wir denken, dass der Boom bei den Babyartikeln noch drei Monate nach der Geburt des Kindes anhält", sagte er.
Über die Ursachen des Börsenbooms in den Kindersegmenten darf spekuliert werden. Möglicherweise sind die Japaner vom erwarteten Nachwuchs am Kaiserpalast so begeistert, dass es nun "in" ist, Babyzeug zu kaufen. Wahrscheinlicher ist aber, dass die kaiserliche Schwangerschaft viele junge Paare dazu motiviert, nun ebenfalls schwanger zu werden. Dass sich die Kurse auch ohne Masakos Schwangerschaft nach oben bewegt hätten, darf angesichts der Bärenstimmung in letzter Zeit bezweifelt werden.
Wird das kaiserliche Kind standesgemäß zur Welt gebracht werden?
So sehr Masakos Schwangerschaft manche Börsenkurse beflügelte, so wenig profitiert die Schwangere davon. In Japan ist eine Diskussion darüber ausgebrochen, ob die 37-Jährige, die im Juni 1993 Kronprinz Naruhito, 41, heiratete, ihr Kind standesgemäß gebären wird.
In Japan werden in diesen Tagen auch Herrscher an der kurzen Leine gehalten. Das vorgesehene Budget muss ausreichen. Das Kind, das im Dezember zur Welt kommen soll, wird - so der Plan - in einem Krankenhaus "ohne Extras" geboren werden. Dem "Wall Street Journal" zufolge hat das Hospital bei den Leuten keinen guten Ruf. Es sei in keinem guten Zustand. Das Kind, das möglicherweise den Chrysanthementhron besteigen wird, werde in einem Umfeld "verdächtiger Genügsamkeit" geboren.
Gemessen an einigen luxuriösen Kliniken in Tokio kommt das "Imperial Household Agency Hospital" aus den sechziger Jahren bescheiden daher: ein spartanisches Wartezimmer mit braunen Bänken, Linoleumböden, Zimmer ohne Fernsehanschluss. Die Klinik führe zwar hin und wieder Geburten durch, doch seit Ende März habe es dort keine mehr gegeben. Hightech-Geräte fehlten, es gebe keine Frühgeburtsstation.
Dennoch wird Masako nicht wie die meisten anderen Schwangeren behandelt werden. Ihr stehen die besten Ärzte zur Verfügung, die ausschließlich für sie da sein werden, denn das ganze Krankenhaus wurde für die kaiserliche Familie und ihre Angestellten samt Anhang reserviert.