Mildere Temperaturen: Auf Deutschlands Straßen droht Blitzeis - DER SPIEGEL
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Meteorologen warnen: Nach dem Schee kommt das Eis

Foto: David Ebener/ dpa

Mildere Temperaturen Auf Deutschlands Straßen droht Blitzeis

Erst Schneechaos, dann gefährliches Eis: Mildere Temperaturen sollen in weiten Teilen Deutschlands für Regen sorgen, doch der Niederschlag könnte extreme Glätte verursachen. Auch Bahn- und Flugverkehr sind noch behindert. Einzig die Skifahrer können sich freuen.
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Hamburg - Seit Tagen bibbert Deutschland in der Rekordkälte, ungewöhnlich starker Schneefall hat den Dezemberbeginn bestimmt. Der Verkehr war stark eingeschränkt, viele Autofahrer hatten mit Schneewehen zu kämpfen oder gerieten in witterungsbedingte Unfälle. Nun sollen die Temperaturen milder werden - doch das sorgt nicht unbedingt für Entwarnung auf den Strassen.

Meteorologen haben für die Nacht zu Sonntag und zu Montag gefährliches Blitzeis vorhergesagt. Betroffen sind dabei vor allem die Mitte Deutschlands und der äußerste Westen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag mitteilte. Dort sollen die Temperaturen auf Werte zwischen null und drei Grad ansteigen. Die Folge: Der erwartete Niederschlag falle als Regen und gefriere schlagartig auf dem noch kalten Boden. "Wo diese brisante Zone liegt, ist aber noch nicht genau vorhersagbar", sagte ein Sprecher des DWD.

In den vergangenen Tagen hatte heftiges Schneeaufkommen vielerorts Verkehrsbehinderungen verursacht. Laut DWD ist auch in der Nacht zum Sonntag mit Schneefall zu rechnen, der sich nördlich der Mainlinie ostwärts ausbreite. Südlich der Mainlinie und in Teilen Ostdeutschlands müsse mit Frost bis unter minus zehn Grad gerechnet werden, ansonsten lägen die Tiefstwerte zwischen null und minus sechs Grad.

Behinderungen bei Flug-, Bahn- und Straßenverkehr

Die Verkehrslage in Norddeutschland hat sich in der Nacht zum Samstag etwas entspannt. Nach Angaben der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen kam es zwar wegen Schnee- und Eisglätte zu mehreren Unfällen, dabei entstanden aber überwiegend Sachschäden. Die meisten Autofahrer hätten sich inzwischen den Witterungsbedingungen angepasst, sagten die Polizeisprecher. Von Samstag an sind Winterreifen bei Schnee, Matsch und Eis in ganz Deutschland Pflicht. Autofahrer, die bei Winterwetter mit Sommerreifen unterwegs sind, müssen mit einem Bußgeld von bis zu 80 Euro rechnen.

Bahnreisende müssen weiter mit erheblichen Verspätungen rechnen. Auf der Strecke Berlin-München muss der Abschnitt zwischen Saalfeld (Thüringen) und Lichtenfels (Bayern) nach wie vor weiträumig umfahren werden, weil dort Bäume unter schwerer Schneelast auf die Gleise zu stürzen drohen. Dadurch komme es bis voraussichtlich Montag zu Verspätungen von bis zu zwei Stunden, sagte ein Bahnsprecher am Samstag.

Wegen der Umleitung halten Züge in Jena-Paradies, Saalfeld, Lichtenfels, Bamberg und Erlangen gar nicht. Fahrgäste zwischen Berlin und München können auf Züge ausweichen, die über Göttingen fahren. Zu witterungsbedingten Verspätungen kommt es nach Angaben des Bahnsprechers auch auf anderen Hauptstrecken des Fernverkehrs, etwa von Berlin nach Hamburg oder von Köln nach Frankfurt am Main. Vereinzelt seien auch Zugausfälle möglich.

Neben dem Fluglotsenstreik in Spanien hat auch das schlechte Wetter laut Flugsicherungsorganisation Eurocontrol den europäischen Luftverkehr am Samstag erheblich beeinträchtigt. Schlechtes Wetter habe den Flugverkehr in Amsterdam und anderen Flughäfen behindert und zu erheblichen Verspätungen geführt.

Optimales Skiwetter in Norddeutschland

Die Wintersportler freuen sich allerdings. Nach den ersten starken Schneefällen der vergangenen Tage kamen auch Ski-Fans im Norden auf ihre Kosten. Den beliebten Skigebieten in Harz oder Alpen macht nun Deutschlands nördlichsten Skilift in Schönwalde (Kreis Ostholstein) Konkurrenz. Bei optimalem Skiwetter mit viel Sonne und Temperaturen um minus vier Grad hätten etwa 300 Personen eine Abfahrt vom Bungsberg gewagt, sagte Betreiber Horst Schnoor.

Die Bedingungen könnten gar nicht besser sein. Derzeit liege 20 Zentimeter trockener Pulverschnee. Er erwarte auch für den Sonntag viele Gäste, sagte Schnoor. Der 200 Meter lange Schlepplift gehört zum 1.300 Einwohner zählenden Ort Schönwalde. Der Bungsberg ist mit 168 Metern die höchste Erhebung Schleswig-Holsteins.

Meteorologen kündigen Schnee und Regen an

Für die kommende Woche kündigen die Meteorologen des DWD mildere Temperaturen in Deutschland an. Am Montag sollen die Tiefstwerte zwischen zwei Grad im Westen und minus sechs Grad im Südosten liegen. Tagsüber sei es im Norden wechselnd wolkig bis stark bewölkt. Im Süden komme es dagegen zu teils länger andauernden Niederschlägen. Die Temperaturen liegen tagsüber im Osten um den Gefrierpunkt, sonst werden bis vier Grad erreicht.

Am Dienstag soll es im Süden leichten bis mäßigen Schneefall geben, vereinzelt auch Regen mit Glatteisgefahr. An der Küste sind einzelne Schauer möglich, sonst ist es vor allem im Norden bei teils aufgelockerter Bewölkung meist niederschlagsfrei. Die Höchstwerte sollen an der Küste und im Süden teils etwas über null Grad liegen.

bac/dpa/dapd

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