Millionenraub: Kein Hinweis auf RAF-Überfall - DER SPIEGEL
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Millionenraub Kein Hinweis auf RAF-Überfall

Die Art des Überfalls auf einen Geldtransporter in Düsseldorf, bei dem schwer bewaffnete Täter mehr als eine Million Mark erbeutet haben, erinnerte an einen Raub 1999 in Duisburg, an dem ehemalige RAF-Terroristen beteiligt gewesen sein sollen. Für einen RAF-Hintergrund gebe es bisher jedoch keine Indizien, sagt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf.
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Düsseldorf - Die drei Gangster in zwei dunklen Limousinen hatten am späten Montagabend in einem Industriegebiet den gepanzerten Transporter gerammt, gestoppt und eingekeilt. Nach Zeugenaussagen zwangen sie die Wachmänner mit einer Panzerfaust zum Aussteigen und zum Öffnen des Gelddepots. Die 37 und 47 Jahre alten Wachleute mussten sich danach unter Drohungen auf den Boden legen. Als einer der Geldtransporteure seinen Kopf hob, feuerten die Gangster einen Schuss ab. Die Wachleute überstanden den Überfall dennoch unverletzt. Die Tat sei "professionell vorbereitet und durchgeführt" worden, sagte Staatsanwalt Johannes Mocken.

Nachdem sie den Geldtransporter ausgeräumt hatten, flüchteten die Täter mit einem der Fahrzeuge. Beide Wagen waren im März in Düsseldorf und im benachbarten Ratingen gestohlen worden. Im Gegensatz zur Vorgehensweise der RAF waren an ihnen keine gefälschten Nummernschilder montiert. Das Fluchtauto wurde in 500 Meter Entfernung zum Tatort wenig später gefunden. Zwei der Räuber trugen Handschuhe und Sturmhauben. Sie sollen 30 bis 40 Jahre alt sein. Auf die Täter gab es am Tag nach der Tat keine heiße Spur.

Der Geldtransporter hatte die Tageseinnahmen verschiedener Firmen in Düsseldorf, Ratingen und Neuss eingesammelt. Das Vorgehen der Täter ähnelt einem Überfall vor zwei Jahren in Duisburg, an dem zwei ehemalige Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) beteiligt gewesen sein sollen. Für Hinweise zur Wiederbeschaffung der Beute setzte eine Versicherung 100.000 Mark Belohnung aus.

Allerdings wurden seit 1997 in Nordrhein-Westfalen fünf solcher Überfälle auf Geldtransporter verübt. Ein Sechster scheiterte Ende vergangenen Jahres in Bochum. Nur der Duisburger Fall soll nach einer Untersuchung des Bundeskriminalamtes auf das Konto von Terroristen gehen. Gentests ergaben, dass mit großer Wahrscheinlichkeit die ehemaligen RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub und Daniela Klette zu den Tätern zählen.

Der Einsatz einer Panzerfaust sei bei solchen Überfällen "schon fast normal", sagte eine Polizeisprecherin. Auch im Raum Frankfurt sei eine sehr ähnliche Überfallserie aufgeklärt worden. Dabei habe sich kein terroristischer Hintergrund ergeben. Die Ermittler wollten im Düsseldorfer Fall einen Terror-Hintergrund aber noch nicht ausschließen.

Ein Sprecher der betroffenen Sicherheitsfirma sagte, die Fahrer hätten sich vorbildlich verhalten und angesichts der massiven Bedrohung keinen Widerstand geleistet. Noch im Wagen hätten sie Alarm ausgelöst, die Polizei sei dennoch zu spät eingetroffen, da der Überfall keine fünf Minuten gedauert habe.

Die Überfallserie hatte im Juni 1997 in Langenfeld bei Düsseldorf begonnen. Weitere solcher Raubüberfälle verzeichneten die Fahnder im November 1998 in Hagen, im Juli 1999 in Duisburg und im März 2000 in Neuss. Wie beim jüngsten Fall wurden die Fahrer der Transporte mit einer Panzerfaust bedroht.