Mohrs Herzschlag Kampf den Fieslingen
Vorsichtsmaßnahme Händewaschen: Kampf den Fieslingen
Foto: Michael Probst/ APSie sind viele und sie sind brutal. Sie kennen nur ein Ziel: Sie wollen auf unsere Kosten leben, sie wollen uns schaden, sie wollen uns töten. Sie sind unsere größten Feinde - Krankheitserreger aller Art.
Es gibt Abertausende eklige Erreger, die jeden Tag uns Menschen attackieren. Aus der Sicht dieser kleinen Monster ist jeder einzelne von uns wunderbares Neuland, das es zielstrebig zu erobern gilt. Ist der Gastgeber ausgebeutet, ruiniert oder gar gänzlich zerstört, ziehen die kleinen Fieslinge einfach weiter.
Die menschenverachtende Brut zählt vor allem vier Gruppen: Bakterien, Viren, Protozoen, das sind gemeine Einzeller, und Parasiten, also Insekten und Würmer. Da man seine Widersacher kennen muss, um sich gegen sie zu wehren, hier ein kleiner exquisiter Überblick:
Unter den Bakterien gibt es regelrechte Stars, die es sogar in der menschlichen Öffentlichkeit zu zweifelhafter Berühmtheit gebracht haben, etwa die Streptokokken. Sie sind zuständig für Angina, Scharlach oder andere rotleuchtende Infektionen im gesamten Hals-Nasen-Ohren-Bereich.
Die Staphylokokken wiederum verursachen gern Abszesse, Durchfall oder auch mal eine Blutvergiftung. Pneumokokken dagegen haben sich auf Lungen-, Mittelohr- und Hirnhautentzündung spezialisiert. Die Salmonellen wiederum rechnen Typhus und Ruhr zu ihren ureigenen Aufgaben.
Augen zu und durch?
Daneben lauern unsere Freunde, die Viren, auf uns. Die haben besonders effiziente Sondereinheiten für Grippe, Gelbsucht, Masern, Pocken, Röteln oder Aids gebildet.
Die feinen Protozoen hingegen sind häufig Auslöser allerlei Tropenkrankheiten, etwa der Plage der Malaria. Unter den Parasiten gibt es verschiedene Kämpfer. Die Kratzmilbe und die Kopfläuse zählen noch zu den lustigeren Spezies. Menschen können jedoch auch von ihren Verwandten, etwa dem Rinder- oder Schweinebandwurm, befallen werden. Der Rinderbandwurm kann übrigens bis zu zehn Meter lang werden. Aber lassen wir das.
Aus Sicht all dieser Krankheitserreger ist die menschliche Gesundheit eine völlig zu vernachlässigende Größe. Gerade für mich als schwer Herzkranken sind viele von ihnen besonders gefährlich, weil die Krankheiten, die sie verursachen, oft auch mein Herz angreifen. So haben grippale Infekte immer wieder massive Herzrhythmusstörungen an meinem operierten Herzen hervorgerufen.
Als Gesunder werden Sie nun vielleicht fragen: Muss ich mich mit diesem lichtscheuen Gesindel überhaupt befassen? Hilft nicht am besten Augen zu und durch? Leider nein, denn jedes Jahr sterben auch in Deutschland Abertausende Menschen an diesen Erregern.
Pflegen Sie Ihr Immunsystem!
Die meisten Angriffe pariert unser Körper mit seinem Immunsystem, Abwehrzellen spüren die Erreger auf und vernichten sie. Von dieser ununterbrochen laufenden Abwehrschlacht spüren wir meist nichts, an einzelnen Tagen fühlen wir uns vielleicht ein wenig schlapp.
Deshalb: Pflegen Sie Ihr Immunsystem! Naturjoghurt, das hilft der Darmflora, Bewegung an der frischen Luft, ausreichend. Ob Sie es glauben oder nicht, über solch banale Sachen freut sich das Immunsystem riesig.
Charmanterweise gibt es zu Beginn des 21. Jahrhunderts auch eine Medizin, die in vielen Fällen helfen kann. In den vergangenen 10.000 Jahren Menschheitsgeschichte war das ja nicht so. Heute stehen uns Wirkstoffe zur Verfügung wie das Antibiotikum Penicillin oder die Acetylsalicylsäure (bekanntester Produktname Aspirin), die beide auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen.
Ärzte können fast jedes Körperteil aufschneiden und etwas herausoperieren. Zumindest wenn die Umstände günstig sind. Besonders angenehm ist, dass die Damen und Herren Mediziner über Schmerz- und Narkosemittel verfügen - welche Gnade! Früher haben Sie ein Stück Holz zwischen die Zähne bekommen, und wenn Sie zusätzlich Glück hatten, wurde Ihnen noch eine halbe Flasche schlechter Fusel eingeflößt.
Machtlos gegen Schnupfen
Doch die Hightech-Medizin hat ihre wundersamen Grenzen: Wir können Herz und Lunge in einer Operation verpflanzen, aber gegen einen ordentlichen Schnupfen sind wir machtlos. Nach wie vor gilt: Eine Erkältung dauert ohne Medikamente sieben Tage, mit Tabletten und Nasenspray eine Woche. Wahlweise auch fünf oder zehn Tage.
Noch immer ist Hygiene die wichtigste Präventivmaßnahme gegen die Masse der Krankheitserreger. Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Seife, dann tragen sie keine Biotope für Bakterien und Viren mit sich herum. Ich desinfizierte meine Hände auch gern mit einer antibakteriellen und antiviralen Lösung, das kann gerade in Zeiten von Grippe- oder Magen-Darm-Erkrankungen hilfreich sein.
Im Mittelalter lauerte übrigens eine der häufigsten Todesursachen im Mund: faule Zähne. Die führten oft zu Herzmuskelentzündungen, Blutvergiftungen und dann direkt ins Grab. Zahnbürste und Zahncreme sind doch tolle Erfindungen.
Schlussendlich ist es natürlich auch Glückssache, von Krankheiten verschont zu bleiben. Aber Sie wissen ja, das Glück und der Tüchtige, die hängen meist irgendwie zusammen. Ich gehe jetzt erst einmal Hände waschen.