Nach der Hitze Unwetter über Deutschland
Stuttgart/Oberhausen/Hamburg - Nach der Rekordhitze sind am Mittwochabend schwere Unwetter mit heftigem Regen und Gewitterböen über Baden- Württemberg hinweggefegt. Landesweit stürzten vielerorts Bäume und Bauzäune um, zahlreiche Straßen und Keller wurden überflutet. Die Feuerwehr musste zu mehreren hundert Einsätzen ausrücken. In Konstanz verbeulten Taubenei große Hagelkörner mehrere Autos. Stündlich fielen bis zu 33 Liter Regen pro Quadratmeter. Sturmböen fegten mit mehr als 80 Kilometern pro Stunde über das Land hinweg.
Auf dem Stuttgarter Flughafen Echterdingen kam es durch mehrere kurze Stromausfälle zu Verspätungen. Die Bundesstraße 27 nahe dem Flughafen wurde wegen Überflutung vorübergehend gesperrt. Auf den Autobahnen 8 und 81 am Leonberger Dreieck behinderte zeitweise Hagel den Verkehr. In Stuttgart und Umgebung wurden zahlreiche Keller überschwemmt.
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Auch im Kreis Heilbronn mussten mehrere Straßen gesperrt werden. Im Kreis Ludwigsburg gab es neben voll gelaufenen Kellern mehrere kleine Brände. In Singen zerstörte der starke Hagel mehrere Dachfenster in Wohnhäusern und Autoscheiben. Nach Angaben der Polizei liefen auch hier zahlreiche Keller voll Wasser, durch den starken Wind flogen teilweise Ziegel von den Dächern. Vier Personen wurden verletzt.
Zwischen Heidelberg und Schwetzingen schlug ein Blitz in ein Umspannwerk der Strombetriebe ein und löste einen Brand aus. Die Unwetter sollen einen Schaden von mehreren Millionen Euro angerichtet haben. Auch am Donnerstag gab es noch keine Entwarnung. Eine neues Schlechtwettergebiet mit Sturm und Gewittern zieht seit dem Morgen über den Schwarzwald hinweg.
Unwetterwarnung für West- und Norddeutschland
In ganz Nordrhein-Westfalen drohen am Donnerstag schwere Gewitter. Vielerorts müsse mit starkem Regen sowie Hagel und Sturmböen gerechnet werden, sagte der Wetterexperte Thomas Kesseler. Zum Teil können bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Die Luft bleibt bei Temperaturen bis zu 26 Grad schwülwarm.
Der Deutsche Wetterdienst warnte am Donnerstagmorgen vor Unwettern in Norddeutschland. Von Südwesten aufkommende schwere Gewitter mit Hagel und Regenmengen von örtlich über 30 Liter pro Quadratmeter seien in kurzer Zeit möglich. Windböen könnten bis zu 110 km/h erreichen. Zuerst sei das Weser-Ems-Gebiet betroffen, im Verlauf des Tages sollen sich die Gewitter auf den gesamten Norden ausweiten.