Nach der Selbsttötung: Hannelore Kohls letzte Botschaft - DER SPIEGEL
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Nach der Selbsttötung Hannelore Kohls letzte Botschaft

Mindestens acht Abschiedsbriefe hat Hannelore Kohl verfasst, bevor sie aus dem Leben schied. An ihren Mann schrieb sie: "Ich habe dich immer sehr geliebt. Ich danke dir für alles, was du mir geschenkt hast."
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Ludwigshafen - Über den Inhalt der Briefe äußerte sich Monsignore Erich Ramstetter, ehemaliger Stadtdekan von Ludwigshafen und Vertrauter der Kohls. Gegenüber "Bild am Sonntag" sagte Ramstetter, Hannelore Kohl habe in ihrem "sehr religiös geprägten Schreiben" auch auf die vielen schönen Jahre verwiesen, die das Paar zusammen verlebt habe.

Nach Angaben der "BamS" seien die Briefe an Helmut Kohl und an die Söhne mit dem Vermerk "sofort öffnen" versehen gewesen. Darin habe sie auf ihre Perspektivlosigkeit angesichts ihrer Krankheit hingewiesen, und sie habe ihre Liebe gegenüber der Familie bezeugt. Über den Inhalt der übrigen Briefe wurde nichts bekannt.

Hannelore Kohl litt seit Jahren an einer Lichtallergie. Kurz vor ihrem Freitod hatte sie offenbar jede Hoffnung auf eine Genesung aufgegeben. Die Journalistin Dona Kujacinski erhielt von Hannelore Kohl, mit der sie befreundet war, am 1. Juli einen letzten Anruf. Dabei soll sie geäußert haben: "Die Ärzte haben mich aufgegeben." Dies sagte Kujacinski der "Bild"-Zeitung.

Es ging ihr "ganz schlecht"

Auf die Frage der Journalistin wie es ihr gehe, habe Hannelore Kohl geantwortet: "Ganz schlecht." Im Laufe des Gesprächs sagte Kohl: "Ich wollte Ihnen nur erzählen, dass ich gerade wieder eine Therapie abgebrochen habe, weil sie mir auch nicht geholfen hat." Sie habe sehr erschöpft, mutlos und verzweifelt geklungen, dabei sei ihre Stimme allerdings seltsam ruhig und ganz klein gewesen, sagte Kujacinski.

Die Grablegung soll nach dem Wunsch Helmut Kohls und seiner Söhne Walter und Peter nach dem Trauergottesdienst im Kaiserdom zu Speyer "im engsten Familienkreis" im Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim stattfinden.

Die Familie Kohl bat mit Traueranzeigen in mehreren Tageszeitungen um Spenden an die Hannelore-Kohl-Stiftung für Unfallopfer mit Schäden am zentralen Nervensystem (ZNS). An der Berliner Bundesgeschäftsstelle der CDU, wo ein Kondolenzbuch zum Tod Hannelore Kohls ausliegt, bildete sich schon am Samstagvormittag eine längere Schlange von Trauernden.

Den Trauergottesdienst im Speyerer Dom wird Monsignore Ramstetter halten. Ursprünglich war der Trauergottesdienst in der St. Josefskirche in Ludwigshafen-Friesenheim geplant. Die Zeremonie wurde jedoch wegen der zu erwartenden großen Teilnehmerzahl aus dem In- und Ausland in den Kaiserdom verlegt. Dort habe die Protestantin Hannelore Kohl oft Gottesdienste besucht, hieß es.

Die Bundes-CDU mit ihrer Vorsitzenden Angela Merkel veröffentlichte am Samstag Nachrufe auf Hannelore Kohl. "Mit ihrer Menschlichkeit und ihrem wunderbaren Engagement für das Wohl anderer hat sie die Herzen so vieler Bürgerinnen und Bürger unseres Landes gewonnen", hieß es darin. Auch das ZNS-Kuratorium, dessen Präsidentin Hannelore Kohl war, veröffentlichte eine Traueranzeige. Die Stadt Ludwigshafen hat für Mittwoch Trauerbeflaggung an öffentlichen Gebäuden angeordnet.

Gorbatschow kommt nicht

Der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow, ein Freund von Altbundeskanzler Helmut Kohl, wird nicht zur Beerdigung von Hannelore Kohl nach Deutschland kommen. Gorbatschow wolle in der kommenden Woche zu einem seit langem geplanten Treffen mit dem früheren US-Präsidenten George Bush sen. in die USA reisen, teilte ein Mitarbeiter der Gorbatschow-Stiftung am Samstag in Moskau mit. Kohl hatte an der Beerdigung von Gorbatschows Ehefrau Raissa im August 1999 in Moskau teilgenommen.

Gorbatschow und Kohl hätten am Freitag miteinander telefoniert, hieß es. In einem Kondolenzschreiben sprach der Ex-Präsident der Sowjetunion seinem Duz-Freund Mut zu: "Das Gefühl des Verlustes spüren alle mit Dir gemeinsam, denen es vergönnt war, diese wunderbare Frau kennen zu lernen." Seit den Verhandlungen um die Wiedervereinigung 1990 gelten beide Politiker als Freunde.

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