Philippinen Abu Sayyaf nimmt 15 neue Geiseln
Manila - Die philippinische Regierung beugte sich unterdessen dem Druck von Morddrohungen der Extremisten gegen drei US-Geiseln und stimmte der Forderung der Kidnapper zu, zwei bestimmte malaysische Vermittler einzuschalten.
Die neuen Geiseln seien von einer Kokosnussplantage nahe der Stadt Lantawan verschleppt worden, teilte Armeesprecher Edilberto Adan mit. Unter den Entführten seien auch mehrere Jugendliche. Bei einem Angriff auf den Ort hätten etwa 50 Guerilla-Mitglieder überdies eine Kapelle und mindestens fünf Häuser niedergebrannt. Adan sprach von einem "Ablenkungsmanöver" der Extremisten, da der militärische Druck auf Abu Sayyaf inzwischen sehr groß geworden sei.
Die Moslemgruppe hatte Manila ein Ultimatum bis Montagmittag Ortszeit gestellt, um die malaysischen Vermittler einzuschalten. Andernfalls wollten die Kidnapper die drei US-Bürger köpfen. Die philippinische Regierung reagierte erst Minuten vor Ablauf der Frist. Bei den beiden Malaysiern handelt es sich um einen Ex-Senator und einen Geschäftsmann, die schon an den Verhandlungen im Geiseldrama um die Göttinger Familie Wallert im vorigen Jahr beteiligt waren.
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Trotz des Einlenkens Manilas machte Abu-Sayyaf-Sprecher Abu Sabaya in einem Interview mit einer lokalen Rundfunkstation deutlich, dass die Gruppe die amerikanischen Geiseln töten werde, sollte die Regierung sie "an der Nase herumführen". "Wenn das, was sie (die Regierung) sagt, wahr ist, werden wir die Enthauptungen verschieben. Wenn nicht, ist es ihre eigene Schuld", sagte Sabaya. Der Sprecher kündigte gleichzeitig an, als "Geste guten Willens" einige der Entführten gehen zu lassen, sobald die Unterhändler einträfen. Bis zu der neuen Geiselnahme befanden sich neben den drei Amerikanern noch zehn Philippiner in der Gewalt der Gruppe.