Philippinen: Entführer lassen italienische Geisel frei - DER SPIEGEL
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Philippinen Entführer lassen italienische Geisel frei

Geschwächt, wohl aber glücklich: Nach sechs Monaten ist ein italienischer Rotkreuzmitarbeiter freigelassen worden. Militante Islamisten hatten ihn auf der südphilippinischen Insel Jolo verschleppt - sie sollen Verbindungen zu al-Qaida haben.
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Rom/Manila - Er kam auf die Philippinen, um zu helfen: Doch im Januar 2009 wurde der italienische Rotkreuzmitarbeiter Eugenio Vagni verschleppt. Nach 25 Wochen ist Vagni am Samstag wieder freigekommen, teilte der italienische Außenminister Franco Frattini in Rom mit. Um das Leben der Geisel nicht zu gefährden, habe es keine gewaltsame Befreiungsaktion gegeben, sagte Frattini einem italienischen Fernsehsender.

Jeep der Rotkreuzmitarbeiter: Im Januar von Abu-Sayyaf-Rebellen verschleppt

Jeep der Rotkreuzmitarbeiter: Im Januar von Abu-Sayyaf-Rebellen verschleppt

Foto: STR/ AFP

Militante Islamisten der Gruppe Abu Sayyaf hatten den 62 Jahre alten Vagni sowie zwei weitere Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz auf dem Weg zu einem Gefängnis der südphilippinischen Insel Jolo verschleppt. Vagnis Kollegen aus der Schweiz und den Philippinen kamen vor ihm im April wieder frei - für jeweils eine Million Dollar, behauptete die philippinische Presse.

Nach seiner Freilassung wurde Vagni von einem lokalen Politiker zu einer Militärbasis gebracht, der mit den Entführern verhandelt hatte, berichtet die Agentur Reuters. Vagni sei "sehr schwach" und er werde von Ärzten untersucht, sagte der Chef des Roten Kreuzes auf den Philippinen, Senator Richard Gordon. Lösegeld sei nicht gezahlt worden. Italiens Außenminister Frattini dankte den philippinischen Behörden sowie dem Roten Kreuz für ihre Bemühungen um Vagnis Freilassung.

Lokale Internet-Seiten berichteten, dass Vagni befreit worden sei, nachdem das Militär zwei Ehefrauen und Kinder von einem hochrangigen Abu-Sayyaf-Mitglied freigelassen habe, der Vagni gefangen hielt. Die Frauen und Kinder seien am Dienstag verhaftet worden, so die lokalen Medien.

Mitte Juni hatten philippinische Regierungstruppen versucht, Vagni aus der Gewalt der Rebellen zu befreien - bei den Kämpfen kamen mindestens acht Menschen ums Leben.

Manila und Washington sagen der Abu Sayyaf Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida nach. Die Gruppe wird für eine Reihe von Bombenanschlägen auf den Philippinen sowie für eine Vielzahl von Entführungen verantwortlich gemacht. Unter anderem hatten Abu-Sayyaf-Rebellen im April 2000 21 Menschen in ihre Gewalt gebracht, darunter die Familie Wallert aus Göttingen. Die Deutschen wurden Monate später gegen Lösegeld freigelassen.

Die in den vergangenen Jahren zunehmend geschwächte Abu Sayyaf ("Vater des Schwerts") hat noch schätzungsweise 400 Mann unter Waffen und versucht, mit den Geiselnahmen Lösegeld zu erpressen. Die Lager der berüchtigten Guerilla liegen im dichten Dschungel der Insel Jolo. Tagsüber werden sie nur den Bauern auf ihren Feldern gefährlich. Aber wenn die Dunkelheit hereinbricht, können selbst die 70 US-Soldaten, die nach einem Abkommen mit der Regierung in Manila auf der Entführerinsel stationiert wurden, nicht verhindern, dass die Islamisten in die Hauptstadt des Eilandes einsickern.

kgp/AFP/Reuters