Plutonium-Diebstahl Hintergründe ungeklärt
Landau - Das sagte ein Sprecher der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd am Montag in Neustadt. Nach Angaben des Südwestrundfunks soll ein Arbeiter das Material bereits vor März aus der Wiederaufarbeitungsanlage Karlruhe (WAK) gestohlen haben. Der 49-Jährige habe anschließend ein Röhrchen mit strahlender Flüssigkeit in ein Brombeer-Gestrüpp auf dem Gelände eines ehemaligen Flughafens bei Landau geworfen. Die Substanz strahle jedoch nur schwach, hieß es. Die Wohnungen des Mannes und seiner Freundin wurden versiegelt. Es wurden erhöhte Strahlenwerte festgestellt.
Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums war der umliegende Boden nicht verseucht. Auch auf dem Beifahrersitz eines Autos sei Radioaktivität gemessen worden. Der Sitz sei ausgebaut und beschlagnahmt worden.
Der Stuttgarter Landtag wird sich am kommenden Donnerstag in einer Aktuellen Stunde mit der Angelegenheit befassen. Das Landesumweltministerium von Baden-Württemberg wies die Kritik von Bundesumweltminister Jürgen Trittin zurück, der von eklatanten Sicherheitsmängeln gesprochen und einen Bericht der baden-württembergischen Atomaufsicht verlangt hatte.
Bereits vor einer Woche hatte ein Sprecher des Landeskriminalamtes erklärt, dass gegen den verstrahlten Mann wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen ermittelt werde. Laut WAK wurden bei ihm und auch in seiner Wohnung bei einer routinemäßigen Kontrolle erhöhte Strahlenwerte gemessen. Die Wohnung wurde versiegelt. Auch bei der Lebensgefährtin sowie deren Tochter seien Verstrahlungen festgestellt worden, die Mutter sei in eine Klinik eingewiesen worden. Auch die Wohnung der Freundin sei kontaminiert worden. Die Treppenhäuser dieser beiden Wohnungen wurden überprüft und dekontaminiert.