Plutonium-Klau Mutmaßlicher Dieb festgenommen
Landau - Ein Arbeiter steht im Verdacht, das Material aus der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) gestohlen und in Landau versteckt zu haben. Er und seine Freundin wurden am Montag vorläufig festgenommen. Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe sollen beide am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Mann habe nach eigenen Angaben mit der Tat auf mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen in der WAK hinweisen wollen, hieß es.
Der 47-Jährige muss das Material nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) noch vor März gestohlen haben. Der Mann sei im März bei der jährlichen Routineprüfung auf eine mögliche Kontamination untersucht worden, berichtete der SWR in Mainz. Das positive Ergebnis solle den Behörden in Baden-Württemberg im Juni endgültig vorgelegen haben. Das Umweltministerium in Mainz habe bestätigt, dass er das plutoniumhaltige Material am 5. Juli aus seiner Wohnung entfernt habe. Die Behörden in Rheinland-Pfalz seien am vergangenen Freitag von der Staatsanwaltschaft in Karlsruhe informiert worden, berichtete der SWR.
Das Versteck war am Freitag auf einem ehemaligen Militärflugplatz bei Landau in Rheinland-Pfalz entdeckt worden. Der Sprecher der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD), Henning Miehe, berichtete, der Mann habe das Material nicht auf dem Gelände vergraben, sondern offenbar in ein Brombeergestrüpp geworfen. Dort habe der Strahlenschutzzug der SGD ein Röhrchen mit einer strahlenden braunen Flüssigkeit sowie Handschuhe entdeckt.
Nach Darstellung der SGD wurde zudem ein Altkleidercontainer untersucht. "Da wurden offenbar Dinge reingeworfen - Lappen oder Ähnliches - die der Mann benutzt hat", sagte Miehe. Ferner seien die Wohnung des Mannes in Eschbach bei Landau und die seiner Freundin in Landau versiegelt worden. Messungen vom Wochenende hätten jedoch keinen Anlass zur Besorgnis gegeben, sagte Miehe. Nach seiner Darstellung ist die Reichweite der Strahlung nur gering. Der Arbeiter und seine Freundin sowie deren Tochter waren kontaminiert worden und werden deshalb behandelt.