RTL-Dschungelcamp: "Mitwählen, mitquälen" - DER SPIEGEL
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RTL-Dschungelcamp "Mitwählen, mitquälen"

Die zweite Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" ist mit guten Quoten gestartet. RTL setzt weiter auf das Zickenkonzept, das bereits zum Start voll aufging. Besonders Nadja Abd El Farrag und Désirée Nick lästerten sich schon mal warm - über Dieter Bohlen und das Busenwunder Dolly Buster.
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Lästereien verkaufen sich gut. Diese Erfahrung machte RTL bei der ersten Staffel seiner Dschungel-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Januar mit Moderatorin Caroline Beil eher zufällig. Die zweite Staffel begann am Samstag gleich mit dem großen "Zickenkrieg" ("Bild"): Kaum im Camp, zogen Kabarettistin Désirée Nick und Nadja Abd El Farrag (Naddel) über Dieter Bohlen und Mit-Camperin Dolly Buster her.

Dass das Läster- und Zickenkonzept noch stärker als bei der ersten Staffel im Vordergrund steht, machten schon die ersten Minuten der Show deutlich. Ex-Fußballer Jimmy Hartwig kommentierte die Selbsteinschätzung von "Lindenstraßen"-Dauerbesetzung Willi Herren als "Entertainer" des Camps lakonisch mit: "Willi Herren ist ein absolutes Arschloch. Mag ich nicht!" Und Naddels Ausführungen über Dieter Bohlens Bedürfnis nach "Sexbestätigung" kommentierte die "Bild am Sonntag" auch gleich: "Diesmal haben die giftigen Dialoge köstlichen Unterhaltungswert."

Für die Bloßstellung der Promis sorgen auch wieder die beiden Moderatoren Dirk Bach und Sonja Zietlow . Ihnen zufolge setzt RTL weiter auf Bewährtes à la "Reis und Bohnen, abgekochtes Wasser und Lagerkoller". Mit Bach stürzte sich Zietlow dann auch gleich auf die zehn "verquollenen Stars", für die es um 05.15 Uhr australischer Zeit Aufstehen heißt, damit die Zuschauer täglich um 21.15 Uhr etwas zu sehen bekommen.

RTL frohlockt über gute Quoten

Die Fans der Sendung waren wieder aufgerufen, ihren Kandidaten für die zweite Dschungel-Prüfung mit der reichlich in der ersten Staffel diskutierten Ekel-Wirkung dank Schlangen und Spinnen zu wählen - frei nach dem neuen Showmotto "Mitwählen, mitquälen".

Bei der ersten ekligen Mutprobe am Samstag mussten sich Nadja Abd El Farrag und Jimmy Hartwig für das Abendessen der Gruppe in einen stinkenden Tümpel mit Blutegeln stürzen. Das Promi-Survivalcamp verfolgten insgesamt fast 5,4 Millionen Menschen. Die Einschaltquote erreichte damit fast 19 Prozent und in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen 29 Prozent. Allerdings lag Günther Jauchs Millionenquiz "Wer wird Millionär?" in der Stunde zuvor mit der Einschaltquote von 23 Prozent etwas besser.

Der Auftakt der neuen Dschungelshow reichte fast an den Start der ersten Staffel im Januar heran. Damals hatte die erste Folge in der werberelevanten Zielgruppe einen Marktanteil von 31,7 Prozent erzielt. Die Krönung des ersten "Dschungel-Königs" Costa Cordalis verfolgten am Ende weit über acht Millionen Menschen, der Marktanteil lag bei 43,3 Prozent, in der werberelevanten Zielgruppe sogar bei 54,1 Prozent.

Davon profitieren auch die "Promis" der zweiten Staffel, die sich ein wenig mehr Publicity von ihrer TV-Präsenz erhoffen. Harry Wijnvoord ("Der Preis ist heiß") etwa macht es nach Einschätzung seiner Schwester Irma Spaß, "auch mal wieder ins Fernsehen zu kommen".

Hartwig räumte ein, dass er an der Sendung ohnehin nur teilnehme, damit wieder mehr über ihn gesprochen wird. Und Kabarettistin Nick nimmt die Strapazen auf sich, weil sie "ganz Deutschland verdient hat". Show-Lästermaul Nick dürfte aber ohnehin für weiteres Zuschauerinteresse sorgen. Denn sie lebt ganz nach dem Prinzip: "Klatsch und Tratsch sind die Pornografie des 21. Jahrhunderts."

Für die nächste Dschungelprüfung "Badewonnen" wird Dolly Buster in einem Bassin zu Wasser gelassen. Dort erhält sie Besuch - von Fischen, Krebsen, Spinnen und anderem Dschungel-Gefleuch.