Schreckensfahrt im Freizeitpark: Achterbahn in Flammen - DER SPIEGEL
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Schreckensfahrt im Freizeitpark Achterbahn in Flammen

Rund 150 Passagiere einer voll besetzten Achterbahn im Vergnügungspark "Phantasialand" bei Köln sind nur knapp dem Tod entronnen. 54 Menschen wurden verletzt. Brandursache war wahrscheinlich ein technischer Defekt.
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Brühl - Im Vergnügungspark "Phantasialand" in Brühl bei Köln ist am Dienstag eine Achterbahn in Flammen aufgegangen. 54 Menschen, darunter auch einige Kinder, wurden verletzt. Der entstandene Sachschaden wird von Parkbetreiber Gottlieb Löffelhardt auf 20 bis 30 Millionen Mark geschätzt. Als das Feuer ausbrach, fuhren fünf Züge mit zusammen etwa 150 Fahrgästen auf der Bahn. An dem sonnigen 1. Mai waren knapp 20.000 Besucher in dem Park unterwegs. Durch ihr besonnenes Verhalten brach keine Panik aus.

Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr war der Brand gegen 14 Uhr ausgebrochen. Von der Achterbahn in der Westernstadt blieb lediglich das Metallgerüst stehen. Die Holzdekoration brannte lichterloh. Durch die Hitze schmolzen Plastikverkleidungen. Dicke schwarze Qualmwolken zogen über den Vergnügungspark. Insgesamt seien über 600 Feuerwehrleute mit 95 Feuerwehrautos sowie 80 Rettungswagen im Einsatz gewesen.

Auch während der Nacht seien noch etwa 30 Feuerwehrmänner im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Kleinere Brandnester mussten gelöscht werden. Die Brandstelle sei gesperrt worden. Die Polizei vermutet, dass ein technischer Defekt Ursache des Brandes gewesen sein könnte. Der Kölner Regierungspräsident Jürgen Roters betonte, dass das Unglück wohl nicht auf Verstöße gegen bestehende Bau- und Brandschutzverordnungen oder Sicherheitsbestimmungen zurückzuführen sei. Er forderte eine Verbesserung des bestehenden Brandschutzes, auch müsse überlegt werden, die Vorschriften zu verschärfen.

Roters lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) dankte am Unglücksort allen, die schnell geholfen hatten.

Die Achterbahn, die erst im vergangenen Jahr für 300.000 Mark neu verkabelt worden war, kam automatisch zum Stehen. Die Fahrgäste konnten teilweise selbst herunterklettern. Kurz nach Ausbruch des Feuers hatten die Rettungskräfte sogar Todesopfer befürchtet. Dies bestätigte sich aber nicht. An der Unglücksstelle waren 36 leicht verletzte Besucher versorgt worden. Weitere 18 Verletzte meldeten sich selbst in Krankenhäusern.

Durch das Feuer sind vier weitere Attraktionen des Vergnügungsparks, darunter ein chinesisches Theater, in Mitleidenschaft gezogen worden. "Phantasialand" bleibt vorerst geschlossen.

In dem Freizeitpark war bereits vor fünf Jahren ein Feuer an einer Achterbahn bei Schweißarbeiten ausgebrochen. Damals waren fünf Menschen leicht verletzt worden.