Berühmte Tiere: Heidi, Mimi und Happy Feet
Schweinswaljunges Mimi Tod im Fischernetz
Stralsund - Traurige Tage für Tierfreunde: Der Kaiserpinguin Happy Feet ist verschollen, dann stirbt das schielende Opossum Heidi und jetzt auch noch Mimi. Auch das Schweinswalbaby ist tot. Ein Fischer habe das Junge in seinem Netz vor Warnemünde gefunden, teilte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, Harald Benke, mit. Bei dem Tier handele es sich höchstwahrscheinlich um das Weibchen, das Anfang Juli am Ostseestrand von Dierhagen in Mecklenburg-Vorpommern gerettet wurde.
Eine Baggerschaufel voller Ostseewasser hatte Mimi Anfang Juli vor dem Tod bewahrt. Hohe Wellen hatten das erst wenige Tage alte - am Bauch hing noch ein Stück der Nabelschnur - und 75 Zentimeter lange Tier an den Strand bei Dierhagen gespült. Mitarbeiter vom Bauhof versuchten damals, das Tier wieder ins Wasser zu hieven, scheiterten allerdings am hohen Seegang. Daraufhin verfrachteten sie das Tier mit einer Ladung Ostseewasser in eine Baggerschaufel. Dort überlebte Mimi, wie seine Retter das kleine Weibchen tauften, zwei Tage lang. Danach wurde es mit einem Boot einen Kilometer weit hinausgefahren und ausgesetzt.
Mutter und Walbaby hatten sich wiedergefunden
Die Retter räumten dem Tier schon damals nur eine ganz geringe Überlebenschance ein. Es sei eine Sensation, dass das Walbaby noch drei Monate überlebt habe, sagte Benke. Denn das bedeute, dass Mutter und Walbaby sich wiedergefunden hätten. Ohne Muttermilch wäre es schon nach ein bis zwei Wochen verhungert. "Die Wahrscheinlichkeit, die Mutter wiederzufinden, lag nur bei zehn Prozent."
Dem Fischer macht Benke keinen Vorwurf. Der Museumsdirektor fordert aber eine andere Art der Fischerei, um die streng geschützten Tiere zu retten. "Wir müssen dringend etwas tun, um die Netze zu verändern." Sie könnten mit Bariumsulfat für Schweinswale besser erkennbar gemacht werden, denn das Salz reflektiere die Signale der Echolotortung der Wale besser. Außerdem könnten Signalgeber, sogenannte Pinger, an den Netzen angebracht werden. Noch besser sei es, die Netze durch Fischfallen zu ersetzen, denn Robben und Schweinswale würden nicht in diese Fallen gehen.