Singapur Julia durfte mit ihrem Vater sprechen
Singapur - Der Vater von Julia B. sei seit Anfang der Woche in Singapur und habe seine Tochter schon zweimal gesprochen, sagte ein Sprecher der Drogenpolizei des Stadtstaates. Zuvor hatten bereits Vertreter der deutschen Botschaft die von der Todesstrafe bedrohte 22-jährige deutsche Studentin besuchen dürfen.
Morgen kommt es zur zweiten Anhörung vor Gericht. Richter Victor Yeo wird dann angeblich entscheiden, ob die Deutsche auf Kaution freikommt. Außerdem erwarten Beobachter, dass die Verteidigung ihre Strategie vorstellt.
Auf Drogenhandel steht in Singapur die Todesstrafe. Am Mittwoch vor einer Woche war Julia B. gemeinsam mit zehn Verdächtigen bei einer Razzia festgenommen worden. Sie soll, so lautet der Vorwurf der Drogenpolizei, zusammen mit einem 21-jährigen Singapurer einen Drogenring in Singapur geführt haben.
Die Labortests des sichergestellten Rauschgifts gelten als entscheidend für das Schicksal der 22-Jährigen. Die mit den Tests beauftragte Gesundheitsbehörde hatte den Untersuchungen höchste Dringlichkeit eingeräumt, weil es sich bei der Verdächtigen um eine Ausländerin handele.
Julia B. geht es nach Angaben des Auswärtigen Amtes "den Umständen entsprechend gut". Es gebe keine Klagen über die Haftbedingungen, erklärte Ministeriumssprecher Andreas Michaelis am Montag in Berlin.