Singapur Neuer Hoffnungsschimmer für Julia B.
Singapur - Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen liegt Haftrichter Victor Yeo, der die Verhandlung leiten soll, ein neuer Urintest von Julia B. vor. Er soll "positiv" sein. Julia hat also angeblich Drogen konsumiert.
Noch letzte Woche sah das anders aus. Gleich nach der Festnahme der 22-jährigen Deutschen, die erst Ende Februar ihre Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau bei der Südostasien Vertretung von DaimlerChrysler abgeschlossen hatte, war im Polizeibericht über Julia zu lesen: "Ihr Urintest war negativ."
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Im Singapurer Rechtsverständnis ist das jedoch eine gute Nachricht. Denn wenn Julia auch Drogen konsumierte, wird es für die Richter schwerer sein, sie des Drogenhandels zu bezichtigen. "Bei einem Konsumenten geht man davon aus, dass er eine gewisse Menge besitzen wird," so ein Kenner des Verfahrens. Ungeschoren wird Julia doch wohl kaum davon kommen. Auch auf Drogenkonsum stehen nach den strengen Gesetzen der Bankenstadt lange Haftstrafen.
Allgemein wird angenommen, dass der morgige Haftprüfungstermin nur wenige Minuten dauern wird. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung werden voraussichtlich darum bitten, das Verfahren um mindestens eine Woche zu vertagen.
Denn noch liegt das Testergebnis der 687 Gramm schweren Cannabisplatte nicht vor, die in Julias Appartement Nummer 04-05 in der abbruchreifen Wohnanlage "Balmoral Court" gefunden wurde. Im Labor der Singapurer Gesundheitsbehörden wird der Block noch auf seinen Reinheitsgehalt geprüft.
Die kritische Menge liegt bei 500 Gramm reinem Cannabis. Ist es mehr, geht das Recht davon aus, dass es sich bei dem Beschuldigten um einen Drogenhändler handelt. Dafür wäre dann die Todesstrafe vorgesehen. Entgegen anders lautender Meldungen deutscher Medien lag das Untersuchungsergebnis jedoch am Donnerstagabend in Singapur noch nicht vor.