Späte WM-Spiele Lärmschutz für nächtliches Public Viewing gelockert
Fans beim Public Viewing in Berlin (2012): Nächtliche Anstoßzeiten kein Problem
Foto: Andreas Rentz/ Getty ImagesBerlin - Öffentliche Übertragungen auf Großleinwänden auch nach 22 Uhr, in Ausnahmefällen sogar nach Mitternacht: Um während der Fußball-WM in Brasilien dem deutschen Publikum Public Viewing zu ermöglichen, wird der Lärmschutz vorübergehend gelockert. Der Bundesrat hat nun eine entsprechende Sonderverordnung gebilligt.
Bei dem Turnier vom 12. Juni bis zum 13. Juli beginnt knapp die Hälfte der 64 Begegnungen erst um 22 Uhr deutscher Zeit oder später. Die Vorrundenpartien der deutschen Elf gehören allerdings nicht dazu: Das DFB-Team spielt am 16. Juni um 18 Uhr gegen Portugal, am 21. Juni um 21 Uhr gegen Ghana und am 26. Juni um 18 Uhr gegen die USA.
Das Bundesimmissionsschutzgesetz legt fest, dass normalerweise bei öffentlichen Veranstaltungen der Geräuschpegel nach 22 Uhr in Wohngebieten 40 Dezibel nicht überschreiten darf. Beim Public Viewing wird es in der Regel deutlich lauter.
Bereits bei den Weltmeisterschaften 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika sowie der EM 2008 in Österreich und der Schweiz gab es solche Verordnungen. Die für Lärmschutz zuständige Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte den Spielraum für Behörden erweitert. Die Bundesregierung folgte damit einer Bitte der Länder und des Städtetags. Über die Genehmigung entscheiden in jedem konkreten Fall die Kommunen.
"Es ist davon auszugehen, dass großes Interesse an der gemeinsamen Begehung dieses Ereignisses im Wege der Übertragung auf Großleinwänden besteht", hatte die Bundesregierung in ihrem Gesetzentwurf betont. Aber gerade nach 24 Uhr sei das zu erwartende große öffentliche Interesse an den Spielübertragungen und der Schutz der Nachtzeit für die Nachbarschaft gegeneinander abzuwägen.