Steuer-Ermittlungen: Boris Becker droht harte Strafe - DER SPIEGEL
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Steuer-Ermittlungen Boris Becker droht harte Strafe

Ex-Tennisstar Boris Becker wird verdächtigt mehr als 30 Millionen Mark an Steuern hinterzogen zu haben. Unter Juristen scheint es zu einem Sport geworden zu sein, über sein mögliches Strafmaß zu spekulieren.
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München - Kaum dass das Ermittlungsverfahren gegen den 33-Jährigen wegen Verdachts der Steuerhinterziehung in München eingeleitet wurde, meldet sich die oberbayerische SPD zu Wort. Sie wies am Dienstag darauf hin, dass Becker im Falle einer Verurteilung von der bisher noch geltenden Rechtslage profitieren würde.

Nach dem derzeit im Gesetzgebungsverfahren befindlichen Sicherheitspaket II dagegen sollen besonders schwere Fälle der Steuerhinterziehung künftig zu einem Verbrechenstatbestand hochgestuft werden. Das erklärte Andreas Schwarzer, oberbayerischer Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Juristen (ASJ). Demnach solle Steuerhinterziehung "in großem Ausmaß" und "aus grobem Eigennutz" künftig mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsentzug geahndet werden.

Becker wird verdächtigt, dem deutschen Fiskus durch eine vorgetäuschte Verlegung seines Wohnsitzes nach Monaco 33 Millionen Mark vorenthalten haben. Damit wäre nach der künftigen Rechtslage unzweifelhaft das Tatbestandsmerkmal "großen Ausmaßes" definiert, erklärte Schwarzer. Die Gesetzesverschärfung werde selbstverständlich aber nicht rückwirkend anwendbar sein, so dass sie Becker nicht treffe.

Auch nach altem Recht wäre im Falle eines Schuldspruchs aber eine Freiheitsstrafe möglich. Im Fall Becker sollen die Steuerfahnder am 24. August ihren mehr als 300 Seiten dicken Abschlussbericht vorgelegt haben.