Suche nach Ulrikes Mörder: Sonderkommission wird aufgestockt - DER SPIEGEL
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Suche nach Ulrikes Mörder Sonderkommission wird aufgestockt

Die Ermittlungen im Mordfall Ulrike werden ausgeweitet. Die Polizei will jetzt noch mehr Beamte auf den Sexualstraftäter ansetzen.
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Eberswalde - Als Konsequenz aus der Flut von neuen Hinweisen wird die Sonderkommission der Kriminalpolizei in Eberswalde aufgestockt. Das berichtete die Polizei am Montag. Die Anzahl von bisher rund hundert Ermittlern werde deutlich erhöht. Die genaue Größe des Polizeiteams nannte die Behörde nicht.

Trotz der zahlreichen Hinweise haben die Ermittler bislang keine Spur von dem Gewalttäter. Seit der Veröffentlichung eines aktualisierten Phantombildes gingen am Wochenende mehrere hundert neue Anrufe ein. Damit hat die Polizei bislang mehr als 1700 Hinweise erhalten. Die ausgelobte Summe zur Ergreifung des Täters beträgt fast 190.000 Mark.

Gesucht wird ein etwa 25 bis 35 Jahre alter, schlanker Mann mit knapp schulterlangem, dunkelblonden Haar und dunklen Augen. Die Polizei nimmt an, dass er sich noch in der Region nordöstlich von Berlin aufhält, schließt aber auch eine Flucht ins übrige Bundesgebiet oder ins Ausland nicht aus.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) gab nach der Untersuchung in der Gerichtsmedizin die Leiche der ermordeten Ulrike zur Bestattung frei. Das bestätigte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Montag. Die 12-jährige Schülerin war am vergangenen Donnerstag nach zweiwöchiger Suche in einem abgelegenen Waldstück bei Werneuchen, etwa 30 Kilometer von ihrem Elternhaus in Eberswalde, entdeckt worden. Die Obduktion ergab, dass Ulrike sexuell missbraucht und dann erwürgt oder erdrosselt wurde.

Unterdessen ist ein politischer Streit darüber entbrannt, ob alle deutschen Männer zur Aufklärung von Sexualverbrechen einem DNA-Test unterzogen werden sollten. "Nur wenn der Täter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit rechnen muss, identifiziert zu werden, wird dies helfen, solche schrecklichen Verbrechen wie an der kleinen Ulrike zu verhindern", hatte der Rechtsexperte der CSU, Norbert Geis, am Sonntag erklärt. Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) sprach sich am Sonntagabend in der ARD dafür aus, die Einführung des obligatorischen Gentests zu prüfen. Bundesjustizministerin Hertha Däubler-Gmelin (SPD) wies den Vorstoß als populistisch zurück.

Am Sonntagabend hatten die Eltern Ulrikes und führende Vertreter der Brandenburger Landesregierung an einem Trauergottesdienst in der Evangelischen Kirche in Eberswalde-Finow teilgenommen. Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) versicherte, das Land werde alles tun, um das Verbrechen aufzuklären. Lehrer und Mitschüler wollen am Montag der Ermordeten gedenken. Im Klassenraum sollen Kerzen angezündet und Blumen auf Ulrikes Platz gelegt werden.