Testflug Britische Concorde sicher gelandet
London - Vom Flughafen Heathrow aus hob die Maschine der British Airways (BA) zu einem dreieinhalbstündigen Testflug ab. Gegen 18 Uhr 45 landete sie sicher auf dem britischen Fliegerhorst Brize Norton. Vor dem Start waren vier Arbeiter die Startbahn Meter für Meter abgegangen und hatten dort herumliegende Gegenstände entfernt. Unmittelbar vor dem Abheben wurde die Sauberkeit der Startbahn noch einmal von einem Auto aus kontrolliert. Der Hinterbliebenen-Anwalt Ronald Schmid kritisierte den Flug. Der Test sei für Angehörige der 113 Menschen, die am 25. Juli 2000 durch den Absturz ums Leben kamen, unerträglich.
Die Kosten zur Verbesserung der Sicherheit und zur Neuausstattung der sieben BA-Concordes sollen sich auf umgerechnet rund 100 Millionen Mark belaufen. Die Maschinen wurden mit neuen Reifen ausgestattet, die Kerosin-Tanks unter dem Fahrwerk mit einer Spezialbeschichtung versehen, die auch für kugelsichere Westen verwandt wird.
Der "Überprüfungsflug" ist Teil des Bemühens von British Airways und Air France, die Concorde wieder für den Luftverkehr zuzulassen und im Spätsommer oder Frühherbst den Flugbetrieb wieder aufzunehmen.
Die "Alpha Foxtrot" mit Chefpilot Nick Bannister im Cockpit flog von Heathrow aus bei doppelter Überschallgeschwindigkeit in etwa 20.000 Metern Höhe über den Atlantik bis etwa Island, drehte dann wieder um und landete gut dreieinhalb Stunden später auf dem britischen Fliegerhorst Brize Norton. Die Flugzeit entspricht der normalen Concorde-Reisezeit nach New York.
British Airways hatte ihre Concorde-Maschinen nach dem Flugverbot stillgelegt, das im vergangenen August wegen des Absturzes einer Concorde der Air France unweit des Pariser Flughafens Charles de Gaulle erlassen worden war. Britische und französische Sicherheitsexperten hatten angeordnet, dass die Tanks der Flugzeuge besser vor Gegenständen geschützt werden müssten, die von der Startbahn aufgewirbelt werden könnten. Bei der abgestürzten Maschine hatten möglicherweise Reifenteile die Tanks beschädigt. Dadurch war das Kerosin in Brand geraten. Die Reifen der Unglücksmaschine waren angeblich durch Metallteile beschädigt worden, die von einer kurz zuvor gestarteten Maschine abgefallen waren.
Für die Angehörigen der Absturzopfer sei es nicht zu akzeptieren, dass die Flüge nun wieder stattfinden sollten, ohne dass es ganz genaue Erkenntnisse über die Unglücksursache gebe, sagte Anwalt Schmid in Frankfurt. "Die Angehörigen haben nicht nur einen Anspruch auf Entschädigung, sondern auch auf Information", sagte er. Dass der Flug wenige Tage vor dem Jahrestag des Unfalls stattfinde, sei wenig einfühlsam. Zum Gedenken an die Opfer des Absturzes soll am Jahrestag der Katastrophe im Flughafen Charles de Gaulle eine Gedenktafel enthüllt werden.