Tiefe Trauer - DER SPIEGEL
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Badru Katumba / AFP / Getty Images

Beisetzung von Rebecca Cheptegei Tiefe Trauer

14.09.2024
• aus SPIEGEL Chronik 1/2024

Schmerz und Unverständnis sprechen aus dem Gesicht von Charity Chebeti. Mit nur acht Jahren muss die jüngste Tochter der Langstreckenläuferin Rebecca Cheptegei dem Begräbnis ihrer Mutter beiwohnen. Ein Foto der mit 33 Jahren verstorbenen Uganderin hält das Mädchen in den Armen. Cheptegei war von ihrem früheren Partner im benachbarten Kenia mit Benzin übergossen und angezündet worden, Charity und ihre Schwester erlebten den Vorfall wohl mit. Cheptegei stirbt Anfang September in einer Klinik an den Folgen ihrer schweren Verbrennungen, auch der Täter kommt ums Leben.

Der Femizid macht international Schlagzeilen – Cheptegei war nur wenige Wochen vor ihrer Ermordung bei den Olympischen Spielen in Paris einen Marathon mit persönlicher Saisonbestzeit gelaufen. Ihr Fall verdeutlicht erneut das weltweite Problem häuslicher Gewalt gegen Frauen. In Kenia wurden seit 2016 mehr als 500 Frauenmorde dokumentiert, die Dunkelziffer dürfte noch weit höher liegen. Frauen werden nicht ausreichend geschützt; melden sie Gewalttaten der Polizei, werden die Täter nicht immer konsequent verfolgt. So soll es auch im Fall Cheptegeis gewesen sein. Die Läuferin, die Armeeangehörige war, wird in ihrem Heimatdistrikt Bukwo in Uganda mit militärischen Ehren beigesetzt.

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