Arena in Madrid Stier rammt Torero Horn in den Hals
Stierkämpfer Saúl Jiménez Fortes: Auf die Hörner genommen
Foto: Ballesteros/ dpaBei einem Stierkampf in Madrid ist der Torero Saúl Jiménez Fortes schwer verletzt worden. In der spanischen Hauptstadt findet derzeit das berühmte Fest Feria de San Isidro statt, das wichtigste Stierkampfereignis der Welt. Jiménez Fortes wurde nach dem Unfall auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht, nach Angaben der Ärzte besteht die Hoffnung, dass er diese bald verlassen könne.
Der 25 Jahre alte Torero aus Malaga war von dem Stier zunächst erfasst und durch die Luft gewirbelt worden. Als er am Boden lag, so ist es auf einem YouTube-Video zu sehen, bohrte das Tier sein Horn in den Hals des Mannes. Jiménez Fortes konnte noch selbstständig aufstehen, dann wurde der stark blutende Torero von Helfern aus der Arena getragen.
Jiménez Fortes sei auf dem Weg der Besserung, schreibt die Zeitung "El País" unter Berufung auf einen behandelnden Arzt. Die Verletzung sei "gewaltig" gewesen, das Horn des Stieres traf demnach die Halsschlagader und die Speiseröhre. Wie lange die Genesung dauern werde, konnte der Arzt nicht sagen.
Saúl Jiménez Fortes war bereits vor einem Jahr bei der Feria de San Isidro verwundet worden. Er war damals der letzte von drei Matadoren, die mit Verletzungen aufgeben mussten. Daraufhin wurde die Corrida abgebrochen - das hatte es seit 35 Jahren nicht gegeben.
Es ist keine Seltenheit, dass Toreros auch nach schwersten Verletzungen bald darauf wieder in einer Arena stehen. Für sie gilt es, die Ehre ihrer Zunft zu verteidigen. So gab der spanische Torero Julio Aparicio nur wenige Wochen, nachdem er im Jahr 2010 von einem Stier aufgespießt worden war, sein Comeback. Der Stierkampf hat in Spanien lange Tradition, er gilt vielerorts als schützenswertes Kulturerbe. Unter Tierschützern sind die Corridas jedoch höchst umstritten.
Zu einem Zwischenfall mit einem Stier kam es ebenfalls in der Kleinstadt Talavera de la Reina in der Provinz Toledo, südlich von Madrid. Während eines Volksfestes entlief ein Kampfstier und verletzte elf Menschen. Zwei von ihnen wurden schwer verletzt, teilten die Rettungsdienste mit. Darunter war ein neun Jahre alter Junge. Polizisten töteten den Stier, indem sie ihn mit einem schweren Fahrzeug rammten.