US-Terror- Ermittlungen Selbst zur Befragung
Hunderte junge Männer aus dem Nahen Osten, die sich mit einem zeitlich begrenzten Visum in Michigan aufhalten, bekommen in den nächsten Tagen Post von der dortigen Antiterrorismus-Einheit. Sie werden eingeladen, sich einzuladen: Die Behörden wollen mit ihnen Gespräche führen über die terroristischen Attacken vom 11. September.
Die Entscheidung für dieses Verfahren ist das Ergebnis einer Reihe von Beschwerden von Rechtsanwälten, Polizeibeamten und Hilfsorganisationen. Sie alle hatten moniert, dass das Justizministerium zu befragende Personen schlicht wegen ihrer Religion oder Nationalität auswähle. Zudem sei es zu aufwendig, alle Menschen an ihrer Haustür aufzusuchen.
"Die Briefe repräsentieren nun eine durchdachte Entscheidung, wie mit den Leuten Kontakt aufgenommen werden kann, die in einer möglichst wenig aufdringlichen Art und Weise befragt werden sollen", sagte Jeffrey Collins, Staatsanwalt für den Osten Michigans, der "New York Times".
"Ein Schritt, den Prozess würdevoller zu gestalten"
Collins verweigerte eine Auskunft zu der Frage, was mit den Personen geschehe, die sich auf den Brief nicht melden werden. Seine Kollegen im Rest der USA wollten sich zu ihrer Vorgehensweise gar nicht äußern. Einige der Staatsanwälte gaben zu erkennen, dass sie mit der Befragungsprozedur noch gar nicht angefangen hätten. Insgesamt sollen 5000 zeitweilig in den USA lebende, 18 bis 33 Jahre alte Männer aus dem Nahen Osten befragt werden, 700 davon in Michigan.
Organisationen arabischer Amerikaner bewerten die Methode der Einladung per Brief als positiven Schritt, um den Prozess der Befragung würdevoller zu gestalten, berichtet die "New York Times" weiter. Allerdings äußerten sie weiterhin ihre Besorgnis über die Inhalte der Gespräche.
Die Behörden sollen laut Anweisung aus Washington Pässe und Visa der Leute prüfen und sie zu Besuchen amerikanischer Städte und fremder Länder ausfragen. Weitere Pflichtthemen der Gespräche laut einem Bericht der "Detroit Free Press": Einkommen, wissenschaftliche Kenntnisse, Zugang zu Waffen, Telefonnummern von Bekannten und Verwandten. Auch soll die Frage gestellt werden, ob die Menschen "Personen kennen, die Sympathien für die Flugzeugentführer vom 11. September oder für andere Terroristen geäußert haben".